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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 07:49 Uhr

Machtvoller Protest rettet Theater

vom

svz.de von
erstellt am 26.Mär.2012 | 10:29 Uhr

Schwerin | Begleitet von lautstarken Protesten mehrerer tausend Menschen hat die Stadtvertretung der Landeshauptstadt gestern Abend das vorliegende Sanierungskonzept für das Mecklenburgische Staatstheater mit dem Abbau von 79 Stellen abgelehnt. Statt dessen wurde einstimmig ein interfraktioneller Antrag beschlossen. Dieser sieht im Kern vor, dass die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen anerkannt wird und sich Schwerin aktiv am kooperativen Umstrukturierungsprozess der Theaterstruktur im Land beteiligt. Damit dürfte die Landeshauptstadt eine entscheidende Atempause gewonnen haben.

Denn das Land ist angesichts der unerwartet massiven Demonstrationen für den Erhalt des Schweriner Theaters als Leistungsträger kultureller Bildung und als künstlerischer Leuchtturm zum Einlenken bereit. Kultusminister Matthias Brodkorb bestätigte gestern Abend im Gespräch mit unserer Zeitung, dass nach diesem Votum Verhandlungen über Überbrückungshilfen für das Mecklenburgische Staatstheater auf der Tagesordnung stehen. "Ich gehe davon aus, dass wir diese Gespräche mit Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sehr zeitnah führen werden", sagte er.

Konkret geht es um zwei Millionen Euro, die im Wirtschaftsplan des Staatstheaters für das Jahr 2013 fehlen. Für das laufende Jahr hatte die selbst hoch verschuldete Landeshauptstadt das Defizit von 1,4 Millionen Euro noch ausgleichen können, ist für weitere Hilfen aber finanziell überfordert. "Mit diesem Beschluss der Stadtvertretung sind die drohenden Entlassungen vom Tisch, das ist das Wichtigste. Aber langfristig ist unser Theater damit noch nicht gerettet", sagte OB Gramkow. Sie führe Verhandlungen zu Kooperationen und Umstrukturierungen auf mehreren Ebenen. Nach Gesprächen mit Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling rücke eine Ausgliederung der Orchester aus den jeweiligen Theatern und ihre Zusammenführung in einer Holding in Sichtweite. Dies müsse von Bürgerschaft und Stadtvertretung aber noch beraten werden.

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