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Schweriner fürchten höhere Mieten : Luxushäuser verdrängen die Platte

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In Großstädten ist es bereits Realität, was in Schwerin zurzeit geschieht: Hochwertige Apartements verdrängen kostengünstigen Wohnraum. Schweriner Mieter setzen auf WGS und SWG – die Aussichten sind schlecht.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2013 | 05:28 Uhr

Schwerin | In Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main ist bereits Realität, was in Schwerin zurzeit geschieht: Die Mieten in attraktiver Innenstadtlage steigen. Wer diese nicht bezahlen kann, muss "etwas weiter draußen" wohnen, wie Schwerins Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff sagt. "Wir können uns dieser Entwicklung nicht entziehen." Bei vielen Schweriner Mietern stößt das auf Kritik, wie bei einer Diskussion des Vereins Lokale Agenda 21 Schwerin deutlich wurde. Der Verein hatte den Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft WGS, Guido Müller, Wilfried Wollmann, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbaugenossenschaft SWG, den Schweriner Baudezernenten und Robert Erdmann, Chef der LGE Landesgrunderwerb MV an einen Tisch geholt. Das Thema "bezahlbarer Wohnraum für alle in Schwerin" beschäftigt Einwohner und vor allem den Seniorenbeirat seit Wochen (wir berichteten).

"Wir können unsere Monatsmiete durchschnittlich bei 4,30 Euro pro Quadratmeter halten. Dieser Preis ist in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben", sagt WGS-Chef Müller. Zum Vergleich: Während die durchschnittliche Monatsmiete in Hamburg im vergangenen Jahr bei knapp elf Euro pro Quadratmeter lag, pendelte sie in Schwerin bei etwas mehr als 6,50 Euro, belegt eine Analyse von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale. "Nachdem wir konstant unerschwingliche Wohnungen vom Markt genommen haben, sind unsere Mieten im Schnitt von 4,40 auf 4,69 Euro pro Quadratmeter und Jahr gestiegen", erklärt SWG-Chef Wollmann. "Trotz des Anstieges blieben die jährlichen Mieterhöhungen prozentual unter der Inflationsrate." Die Anstiege würden sich aus den Sanierungskosten errechnen.

Nach einer energetischen Sanierung je nach Qualität hebt die WGS die Mieten um 1 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter an. "Allerdings gilt: Nach einer Sanierung sinkt zwar der Energieverbrauch, aber die gestiegenen Kosten für Energie fressen die Einsparung im Grunde wieder auf", sagt Müller. Die WGS zahlt auch für unvermietete Objekte, weil die Gesellschaft in den Großwohnsiedlungen in Lankow und auf dem Dreesch mit Leerstand zu kämpfen hat. "Wir zahlen etwa zwei Millionen Euro jedes Jahr, für die leer stehenden Objekte", so der WGS-Chef weiter. Das treffe das Unternehmen hart. Um diese Kosten zu senken, sei die Gesellschaft an einem Rückbau interessiert. "Wir haben als kommunales Unternehmen eine Vorsorgepflicht", sagt Müller. Geld sprudle bei der WGS keines, ergänzt Friedersdorff.

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