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Primeln in voller Blüte : Lüften statt Heizen im Gewächshaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Milder Winter macht Banzkower Gärtner zu schaffen: Hohe Luftfeuchtigkeit schadet Frühblühern, doch Primeln zeigen bereits ihre Blütenpracht

Die Primeln im Gewächshaus der Banzkower Gärtnerei blühen schon. „Genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Gärtnermeister Dieter Herklotz. Die ersten Töpfe mit dem bunten Blütenschmuck gingen an die Gemeinde: Beim Neujahrsempfang am zurückliegenden Wochenende erhielten mehr als 100 ehrenamtliche Helfer so ein kleines Dankeschön für ihre Arbeit. „Die bringen in der dunklen Jahreszeit ein bisschen Farbe in die Wohnungen“, sagt der 59-jährige Fachmann. „Und genau das sollen die Primeln auch.“

Regina und Dieter Herklotz ziehen die Primeln als Zimmerpflanzen in einem beheizten Gewächshaus auf. Wenn es dort zwischen sechs und acht Grad warm ist, entwickeln sich die Frühblüher am besten. In diesem milden Winter auf diese Temperaturen zu kommen, ist gar nicht so leicht. Geheizt werden musste bislang nur selten. „Das ist natürlich gut. Das spart Kosten“, erzählt Herklotz. Doch wenn die Sonne für ein paar Stunden scheint, steigen die Temperaturen sogar in den zweistelligen Bereich. „Und nicht nur deshalb müssen wir lüften,“ berichtet der Fachmann. Denn noch schlechter als eine zu große Wärme ist für die Blumen eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn die Gärtner da nicht eingreifen würden, vergammeln die Setzlinge in ihren Töpfen. „ Und Lüften ist in den kalten Gewächshäusern sogar noch wichtiger als in den beheizten“, unterstreicht Dieter Herklotz. Denn dort stehen jetzt vor allem Hornveilchen und Stiefmütterchen, die erst im März und April in den Verkauf kommen sollen.

Dann ist die Primelzeit für die Banzkower Gärtner nämlich schon zu Ende. „Spätestens Ende Februar müssen die letzten Primeln raus“, ergänzt Dieter Herklotz. Denn als Beet- und Balkonpflanze ist die Primel heute nicht mehr so gefragt. Hornveilchen und Stiefmütterchen in ihren vielfältigen Farben und Formen sind dann der Renner. „Und die heutigen Züchtungen blühen auch öfter und länger“, berichtet der Fachmann. Die Primel mit ihrer vergleichsweise kurzen Blütezeit ist im Freiland nicht mehr so sehr gefragt. Als weitere Konkurrenten kommen Geranien und Begonien hinzu. Und diese Pflanzen machen der Primeln letztlich auf den Platz in den beheizten Gewächshäusern streitig: Die Primeln müssen Ende Februar raus, damit verpflanzbare Geranien und Begonien zum Start der Gartensaison in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

Ganz auf Primeln verzichten möchten Regina und Dieter Herklotz aber nicht – weil sie für die ersten Farbtupfer in neuen Jahr sorgen. „Aber so richtig durchgesetzt als Zimmerpflanze hat sich die Primel hierzulande noch nicht“, stellt der 59-Jährige fest. Die Banzkower Primeln werden nur direkt in der Gärtnerei an der Straße in Richtung Goldenstädt und in einigen Fachgeschäften in und um Schwerin verkauft, mit denen die Familie seit Jahren zusammenarbeitet. „Für den Großhandel produzieren wir nicht“, sagt Dieter Herklotz. „Da würden wir gar nichts verdienen.“

Generell sie das Geschäft mit dem Blütenschmuck schwer, berichtet Herklotz. Zwar kann der Familienbetrieb jetzt schon im dritten Winter preiswerte Wärmeenergie aus der Biogasanlage am benachbarten Kuhstall nutzen. Doch steigende Kosten beim Einkauf haben diesen Vorteil inzwischen wieder wettgemacht.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 23:22 Uhr

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