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21. September 2017 | 23:26 Uhr

Lotta weicht Josia nicht von der Seite

vom

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erstellt am 29.Okt.2010 | 08:45 Uhr

Schwerin | Wenn sich Lotta in seiner Nähe befindet, fühlt sich Josia sicher. Der Neunjährige ist Diabetiker, und Hündin Lotta passt auf ihn auf. Ist Josia unterzuckert, stupst Lotta ihn in den Bauch, ist er überzuckert, nimmt sie seine Hand in den Mund. Lotta merkt, wenn mit Josia etwas nicht stimmt, noch bevor er es selbst merkt. Denn sie ist eine ausgebildete Diabetiker-Warnhündin. Im Falle eines Falles kann die Labrador-Dame auch Hilfe holen.

"Wir sind sehr froh, dass wir Lotta habe n", sagen Josias Eltern, Ulrike und Siegfried Jürgensen. Seit zwei Jahren lebt die Hündin bei der Familie im Stadtteil Lankow. "Durch einen Zeitschriften-Artikel haben wir erfahren, dass in Niedersachsen besonders ge eignete Welpen zu Diabetiker-Warn hunden ausgebildet werden", erzählt Ulrike Jürgensen. Damals habe das Projekt noch in den Kinderschuhen ge steckt, mittlerweile gäbe es einen eigenen Verein mit dem Titel "Menschen für Hunde - Hund für Diabetiker".

Zum Training jeden Monat nach Hannover gefahren

Insgesamt 18 Monate dauerte Lottas Ausbildung. "Einmal im Monat sind wir in dieser Zeit zum Training nach Hannover gefahren", sagt Siegfried Jür gensen. "In der Zwischenzeit haben wir mit Lotta zu Hause geübt, zunächst den Grundgehorsam, dann aber auch ihre Fähigkeiten als Diabe tiker-Warnhündin." Immer wenn das Messgerät eine Über- oder Unter zuckerung von Josia anzeigte, habe Josia gezielt Lotta angehaucht, damit sie den Geruch auf nehmen und speichern konnte. Mit einem Leckerli seien der Hündin mit der feinen Nase dann die jeweiligen Zeichen - Bauch stupsen und Hand in den Mund nehmen - anerzogen worden, erklärt Jür gensen.

Alle zwei Stunden muss Josia seine Blutzuckerwerte kontrollieren. Sollte er mal nicht in der Lage sein, sich das Messgerät selbst zu holen, erledigt Lotta für ihn diesen Weg. Auf das Kommando "Lotta, bring das Testgerät!" läuft die Hündin schnurstracks in den Flur, wo das Gerät seinen festen Platz hat, und kommt mit dem Instrument zurück. Dabei öffnet sie dann auch schon mal geschlossene Türen, die mit einer entsprechenden Vorrichtung versehen sind. "Natürlich gibt uns Lotta keine 100-prozentige Sicherheit, aber wir sind beruhigter, wenn Josia schläft oder er mal für kurze Zeit allein zu Hause ist", betont Siegfried Jürgensen. Tatsächlich sind Josia und Lotta unzertrennlich. Die Hündin verbringt auch die Nacht im Zimmer des Jungen, dessen Diabetis-Erkrankung festgestellt wurde, als er eineinhalb Jahre alt war.

Auch Josias Schwestern Lisbeth (11) und Lea (13) knuddeln gern mit Lotta. "Die lebhafte Hündin macht wirklich der ganze n Familie viel Freude", sagt Ulrike Jür gensen.

Der Verein "Menschen für Hunde - Hund für Diabetiker" ist zur Finanzierung seiner Arbeit dringend auf Spenden angewiesen. Interessierte erhalten nähere Informationen im Internet.

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