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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 23:35 Uhr

Sanierung : Löwe zurück am Schloss Wiligrad

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Restaurierung des Parks erlebt heute Nachmittag mit Enthüllung der Statue ihren Höhepunkt und Abschluss

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 23:26 Uhr

Renate Ruhsbült ist ganz aufgeregt: „Das ist ein historischer Moment. Da wollte ich unbedingt dabei sein.“ Die Frau von der Interessengemeinschaft Schloss Wiligrad verfolgt jeden Schritt, jeden Handschlag, den die Steinmetze machen, um den Braunschweiger Löwen auf seinen Sockel vor dem Schlosseingang zu hieven. Schließlich kehrt genau 100 Jahre nach der Erstaufstellung ein Welfenlöwe hierher zurück. „So nah komme ich da nie wieder ran. Der steht ja bald meterhoch über unseren Köpfen“, betont Ruhsbült.

Bis zum Kopf des Löwen werden es etwa sieben Meter sein. Denn allein der Sockel misst 5,30 Meter in der Höhe. Oben drauf kommt die 1,80 Meter hohe und 2,80 Meter lange Bronzefigur. Mehr als 500 Kilogramm bringt sie auf die Waage. Vier jeweils einen halben Meter lange Edelstahl-Stangen sorgen für eine feste Verankerung der Skulptur im Betonkern des Kalksteinsockels. „Das Aufsetzen ist eine Millimeter-Sache“, sagt Steinmetz Georg Orendi. Doch der Fachmann aus Königslutter in Niedersachsen bleibt ruhig. „Das kriegen wir hin, mit Fingerspitzengefühl und Augenmaß.“ Seine Zuversicht begründet sich auch darauf, dass im Sommer die Figur schon mal probehalber aufgesetzt wurde. Da hat es geklappt und gestern Mittag wieder.

Damit kann heute um 16 Uhr die Wiligrader Parksanierung mit einem echten Höhepunkt zu Ende gehen. Finanzministerin Heike Polzin will den Löwen und den Schlosspark der Öffentlichkeit präsentieren. Alle Interessenten sind zu diesem feierlichen Akt eingeladen. Jazzmusiker Andreas Pasternack wird das begleiten. Danach nehmen Mitarbeiter des Landesbetriebes für Bau und Liegenschaften Gäste mit auf Wanderungen durch den Schlosspark.

Der hat in den zurückliegenden vier Jahren seine alte Pracht zurückerhalten. 19 Hektar rund um Schloss und Nebengebäude wurden saniert – nach historischem Vorbild aus der Bauzeit Ende des 19. Jahrhunderts. Deshalb mussten nicht nur der Schießstand und die Munitionsbunker der Volkspolizei weichen, sondern auch die nach der Wende aufgestellten modernen Skulpturen. Diese sind heute an anderen Stellen im Park zu finden. Dafür kehrt der Wald zurück bis in Schlossnähe. Hinzu kommen vor allem Rhododendren als dominierende Parkpflanze. Rund 2,8 Millionen Euro hat die Parksanierung gekostet. Das Land als Eigentümer musste das Geld aber nicht allein aufbringen. 75 Prozent kamen aus EU-Fördertöpfen.

Krönung dieses Projektes ist die Rückkehr des Braunschweiger Löwens. Schließlich wurde der Vorgänger im Sommer 1914 am Schloss Wiligrad aufgestellt. Die Figur war ein Geschenk für Herzog Johann Albrecht. Denn der Bau- und Hausherr von Wiligrad war von 1907 bis 1913 Regent im Herzogtum Braunschweig. Diese Statue verschwand in den 1950er-Jahren und tauchte nie wieder auf.

Doch der Welfenlöwe als markantes Symbol sollte unbedingt nach Wiligrad zurückkehren. Zum Glück fand sich die Gussform, mit der in den 1990er-Jahren die Löwenstatue für den Schweriner Dom hergestellt wurde. Sie kam nun erneut zum Einsatz.

 

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