Dorfleben in Plate : Lob und die Bitte um Nachwuchs

Horst Brügmann war sprachlos und gerührt.
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Horst Brügmann war sprachlos und gerührt.

Plater Gemeindevertreter bedanken sich bei den Einwohnern und nutzen den Jahresempfang für Ehrungen, Kritik und einen Appell

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15. Januar 2018, 16:00 Uhr

Ein Abend reicht wohl kaum aus, um sich für ein ganzes Jahr Arbeit zu bedanken. Die Plater Gemeindevertreter haben es aber getan. Knapp mehr als 180 Einladungen wurden allein an die Unternehmer und Gewerbetreibenden der drei Ortsteile verschickt. Geladen waren zudem alle Vereine, Verbände und Förderer der Kommune. „Es ist ein Dank an jene, die für das Leben in unserer Gemeinde sorgen“, betonte Bürgermeister Ronald Radscheidt.

Und wenngleich nicht alle der Einladung gefolgt waren, so füllten sich die Reihen am Freitagabend im Plater „Störkrug“ dennoch in kurzer Zeit. Der Bürgermeister nutzte die Chance, um auf 2017 zurückzublicken und gleichzeitig die Ziele für das aktuelle Jahr zu nennen. Und er sorgte für sprachlose Momente: Denn auch in diesem Jahr wurden zwei Einwohner für ihr Engagement in und für die Gemeinde Plate geehrt. So durften sich Horst Brügmann, den die meisten Einwohner nur liebevoll „Holly“ nennen, und Karl Georg Haustein, bekannt als Internet-Beauftragter „Haui“, in das Ehrenbuch der Gemeinde eintragen. Seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten bringen sie sich die beiden Männer ein.

Dass man in Plate selbst in schweren Zeiten zusammenhält, habe der Brand kurz vor Ostern 2017 gezeigt. Eine Peckateler Familie, die in einer Nacht nicht nur das Dach über dem Kopf, sondern auch alles Hab und Gut verloren hatte, bekam neben einer Notunterkunft zahlreiche Hilfsangebote aus der Nachbarschaft. Die Plater riefen zu Spenden auf und sammelten mehr als 8400 Euro. Bürgermeister Ronald Radscheidt ließ auch die Suchaktion nach einer jungen Frau kurz vor Heiligabend vergangenen Jahres nicht unerwähnt und betonte: „Es ist gut zu wissen, dass wir in einem Ort wohnen, in dem die Menschen aufeinander schauen und sich um ihre Nachbarn sorgen.“

Doch es gäbe hin und wieder ebenso Grund zur Kritik: So machte der Bürgermeister seinem Unmut über die Zustände an den Abfall- und Grünschnitt-Sammelstellen in den einzelnen Ortsteilen Luft. Müll-Sünder können sich auf Strafen einstellen, kündigte er an. Der etwas laxe Umgang mit Grundstücksgrenzen werde in diesem Jahr ebenfalls nicht mehr hingenommen. „Diese Bürger verschenken und ignorieren Möglichkeiten für ein gutes gemeinschaftliches Miteinander, das uns allen am Herzen liegen sollte“, sagte er und appellierte an die Vernunft der Einwohner.

Aber nicht nur das: Mit Blick auf die Gemeindefinanzen gab es vom Bürgermeister noch einen humorigen Hinweis an die „unter 40-jährigen Frauen“ in der Gemeinde: „Mit mehr Kindern in der Kommune gibt es auch mehr Zuweisungen. Wir würden uns alle freuen“, versicherte er.

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