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Lösung für Hort- und Kita-Engpässe gesucht : Linke fordern neue City-Schule

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Die angespannte Hortsituation in der Schweriner Innenstadt erfordert eine Grundsatzentscheidung. "Wir brauchen eine nachhaltige, zukunftsfähige Lösung und keine Flickschusterei", sagt Stadtvertreter Peter Brill (Linke).

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erstellt am 28.Feb.2012 | 09:22 Uhr

Schwerin | Die angespannte Hortsituation in der Innenstadt erfordert eine Grundsatzentscheidung. "Wir brauchen eine nachhaltige, zukunftsfähige Lösung und keine Flickschusterei", sagt Stadtvertreter Peter Brill (Linke), der auch Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses der Landeshauptstadt ist. Gemeinsam mit Henning Foerster, Schweriner Landtagsabgeordneter der Linken, hatte er sich im Zusammenhang mit der Diskussion um die Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung in einem Vorort-Termin mit der Situation an der Fritz-Reuter-Schule vertraut gemacht. Denn dort ist die Situation ähnlich angespannt wie in der Friedensschule.

"Im Interesse der Kinder muss die Landeshauptstadt den veränderten Realitäten Rechnung tragen", betont Brill. Die bereits seit Jahren geführte Diskussion um den City-Hort zeige, dass an einer deutlichen Aufstockung der Hort- und Kita-Plätze in der Innenstadt kein Weg vorbei führe. Gleiches treffe auch auf die Grundschulsituation zu. "Die Stadt kommt an einer Investition nicht vorbei. Und die sollte auf jeden Fall nachhaltig sein", sagt der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Die Zahl der in der Innestadt wohnenden Kinder sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Und der Trend, dass junge Familien in die Altstadt ziehen, sei ungebrochen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, bleibe nur eine Alternative: ein Schulneubau mit Hort und Kita. "Und falls sich die demografische Situation in 20 Jahren grundsätzlich ändern sollte, könnte man das Gebäude immer noch zum Altersheim umbauen", fügt Brill ergänzend hinzu. Deshalb sollte die Planung eines Neubaus unbedingt in der Kita-Bedarfsplanung verankert werden.

"Das pädagogische Konzept eines offenen Hortes, bei dem die Kinder selbst zwischen verschiedenen Angeboten wählen können, ist unter den gegebenen Umständen einer Doppelbelegung von Räumen für Unterricht und Hort trotz der engagierten Arbeit der Erzieherinnen kaum umzusetzen", sagte Henning Foerster nach dem Besuch der Fritz-Reuter-Schule. "Moderner Hort ist mehr als die Beaufsichtigung bei der Erledigung von Schulaufgaben. Die Kinder sollen ihre Kreativität ausleben dürfen. In einem Raum voll mit Schulbänken sind die Möglichkeiten diesbezüglich natürlich deutlich eingeschränkter als in einem echten Hortraum", erklärt Foerster. "Wir wollten uns aus erster Hand darüber informieren, wie sich die Doppelbelegung auf die Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder und die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen auswirkt."

"Der Wunsch der Eltern nach einem Hortplatz in der Innenstadt ist nachvollziehbar. Da der Bedarf in den kommenden Jahren bis 2020 für den Innenstadtbereich tendenziell noch zunehmen wird, darf auch eine Investition in einen Schulneubau mit angeschlossenem Hort kein Tabu mehr sein", sagt Brill. Der Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende führt noch ein weiteres Argument ins Feld: Angesichts der erfolgreichen Ansiedlung des Nestlé-Konzerns würden noch mehr attraktive Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie benötigt, vor allem Kita- und Hortplätze. Familienfreundlichkeit dürfe nicht nur als Zielformulierung im Leitbild der Landeshauptstadt stehen, sondern müsse auch im Alltag umgesetzt werden.

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