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20. November 2017 | 22:27 Uhr

Schweriner Zoo : Limpopo und die Risse im Nashornstall

vom

Der Schweriner Zoo ärgert sich über die Bauschäden im Dickhäuter-Gehege. Auch an anderen Stellen muss etwas getan werden. Jetzt werden Sponsoren für die Reparaturen gesucht.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2012 | 07:51 Uhr

Ostorf | Ein Nashorn ist kein Kanarienvogel. So ein Nashorn hat Kraft. Wenn Limpopo, der Bulle aus dem Schweriner Zoo, sich mit dem Horn an der Wand seiner Box reibt, kann es schon mal ein paar Kratzer am Gebäude geben. "Mehr darf allerdings auch nicht passieren", sagt Zoo-Direktorin Dr. Monika Häfner. Doch es ist mehr passiert: Die Holz verschalung in Limpopos Box besteht praktisch nur noch aus Kratzern, der Putz bröckelt, und der Fußboden ist rissig. In den Gemächern von Limpopos Gefährtinnen, Eva und Clara, sieht es nicht viel besser aus. "Schuld an der Situation sind aber nicht die Tiere allein", betont Monika Häfner. Beim Bau seien auch Fehler gemacht worden.

Firma aus Lübesse stellte Material zur Verfügung

Eine Million Euro hat der erst vor wenigen Jahren eröffnete Nashornstall gekostet. Nun sei der Zoo gezwungen, erneut Geld in die Hand zu nehmen, um die dringend notwendigen Reparaturen aus führen zu lassen, so die Direktorin. "Zwei Boxen wurden bereits gefliest, was auch von Anfang an die beste Lösung gewesen wäre", berichtet sie. Das Ma terial habe freundlicherweise eine Firma aus Lübesse spendiert. Die rund 4000 Euro für die Arbeitskosten müsse der Tierpark jedoch von den 40 000 Euro abknapsen, die im Jahr insgesamt für Werterhaltungsmaßnahmen zur Verfügung stünden.

Auch beim Thema Fußboden sei der Zoo vorangekommen, erklärt Monika Häfner. "Der Estrich in der ersten Nashorn-Box ist schon ausgetauscht worden." Die Arbeiten müssten jetzt aber in den anderen Boxen weitergehen. "Es darf nicht sein, dass sich auf der Folie unterhalb des Estrichs Feuchtigkeit ansammelt und die Funktion der Fußbodenheizung beeinträchtigt wird", so die Direktorin. Immerhin brauche der Zoo aber für diese Arbeiten nicht aufzukommen.

Tatsächlich benötigt der Tierpark das Geld aus seinem schmalen Budget auch noch an anderer Stelle. "Wir wollen das Giraffen-Gehege neu gestalten", kündigt Monika Häfner an. Auf einem Teil des Außengeländes solle die einfache Erde gegen ein Recycling-Granulat aus Beton und Brechsand ausgewechselt werden. Aus gutem Grund: "Bei Regenwetter sinken die Tiere und ihre Pfleger bislang immer im Matsch ein", schildert die Direktorin.

Bauarbeiten sind auch im Giraffen-Haus selbst geplant. "Die Schaubox muss dringend renoviert werden", betont Monika Häfner. Vorgesehen sei, die Box bis zur Fensterhöhe mit Holz zu verplanken und neu zu streichen. Auch der Fußboden müsse erneuert werden. "Wir wollen möglichst auch noch eine weitere Giraffen-Box überholen", so die Direktorin. Das sei aber wiederum eine Frage der Finanzen.

Dach des Humboldt-Hauses muss teilweise ersetzt werden

Sorgen bereitet Monika Häfner nach wie vor auch das im vergangenen Jahr eingeweihte Humboldt-Haus. Nach der heftigen Kritik wegen der unzureichenden behindertengerechten Ausstattung droht dem Zoo nun weiteres Ungemach: Ein Teil des Daches müsse ersetzt werden, weil die Dampfsperre nicht funktioniert habe, so die Direktorin. "Wenigstens müssen wir die Kosten jedoch nicht tragen, denn es handelt noch um eine Garantieleistung."

Trotzdem ist Monika Häfner für jede Unterstützung dankbar. Wer dem Zoo mit einer Geld- oder Sachspende bei den anstehenden Renovierungsarbeiten helfen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0385-39 55 10 oder per E-Mail unter info@zoo-schwerin.de melden.

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