Sülte : Lilly und Leyla bleiben im Norden

Mit den Zwiebeln sind die Agp-Mitarbeiter durch. Jetzt sortieren Tim Hüller, Michael Hüller und Thomas Brendel (v.l.) mit ihrem Kollegen Nils Lange (nicht im Bild) die Steine und schlechten Kartoffeln schon direkt auf dem Acker aus.
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Mit den Zwiebeln sind die Agp-Mitarbeiter durch. Jetzt sortieren Tim Hüller, Michael Hüller und Thomas Brendel (v.l.) mit ihrem Kollegen Nils Lange (nicht im Bild) die Steine und schlechten Kartoffeln schon direkt auf dem Acker aus.

Knollen-Ernte des Lübesser Landwirtschaftsunternehmens gibt es in den Läden der Region. Ohne Beregnung wäre es nichts geworden

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06. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Es klappert. Es staubt. ohrenbetäubender Lärm herrscht auf der Maschine, die die letzten Kartoffeln im Akkord vom Acker holt. Lilli, Leyla und Co. rollen über das Förderband. Die Knollen-Ernte ist in den letzten Zügen. Das Gros der diesjährigen Ernte der Agrarproduktgesellschaft (Agp) Lübesse ist schon raus. Es sind die letzten Erntearbeiten von Tim Hüller, Thomas Brendel Michael Hüller und Nils Lange. Die Kollegen sind bereits mit den Vorbereitungen für die nächste Ernte beschäftigt.

Parallel zu den Kartoffeln verläuft auch die Zwiebelernte: Bei der Agp waren es 16 verschiedene Sorten Kartoffeln und vier unterschiedliche Zwiebelsorten in diesem Jahr. „Wir haben etwa 80 Hektar Speise- und rund 30 Hektar Stärkekartoffeln angebaut“, erklärt Erik Steinhauer, zuständig für den Ackerbau bei der Agp. Mit der Ernte ist Geschäftsführer Rainer Mönch recht zufrieden. „Die Ausfälle liegen im Normalbereich. Sorgen machen uns jetzt eher die Lagerungsfähigkeiten“, erklärt er und verweist auf eine schnelle Keimfähigkeit der Knollen.

Nicht nur ihm wäre es recht, wenn die Kartoffeln schnell aus dem Laden auf den Teller kommen. Im Kartoffelmarkt in Sülte können sie direkt erworben werden. Die Knollen von den Ackerflächen rund um Sülte bleiben im Norden – kommen in die Regale eines großen Lebensmittelhändlers. „In diesem Fall haben wir die vom Verbraucher lautstark geforderte Regionalität erreicht. Er muss nur bei den richtigen Packungen zugreifen“, betont Rainer Mönch. Gleiches gelte für die Zwiebeln, die der Betrieb in diesem Jahr geerntet hat. Davon hat die Agp in diesem Jahr zwischen 370 und 480 Dezitonnen pro Hektar vom Acker geholt.

Wie auch bei den Kartoffeln sind die Ernteeinbußen noch vertretbar. Aber nur dank der Beregnung. Denn in diesem Sommer waren es statt der sonst verabreichten 150 rund 500 Millimeter, die pro Quadratmeter ausgebracht wurden. „Einen Millimeter rechnen wir mit drei Euro. Da kann sich jeder einmal ausrechnen, was das allein an Wasser-Mehr-Kosten bedeutet“, erklärt Rainer Mönch. Doch zusätzliches Wasser von oben sei in diesem Sommer die einzige Chance für Gemüsebauern gewesen. „Wer nicht beregnen konnte, hatte Ausfälle zwischen 50 und 70 Prozent“, zitiert Mönch Zahlen der jüngsten Kartoffelbörse-Auswertung in Hamburg. Gut ein Viertel der erwarteten Menge würde im Norden fehlen. Die Preise seien dadurch etwas besser.

Von einem Ausgleich der erhöhten Wasserkosten könne aber nicht die Rede sein. „Es bleibt bei einem Minus“, betont Rainer Mönch.

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