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Neues Wahrzeichen für Schwerin : Lichtgestalt am Stadtrand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heizkraftwerk soll mit einem komplett neuen Beleuchtungskonzept zum Wahrzeichen von Wüstmark werden

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 11:45 Uhr

Die Biogasanlage im zarten Grün, der Wärmespeicher rot umrandet oder in Lichtspiele gehüllt, die Kraftwerkstürme mit gleißend weißem Haupt, der Zaum als gelb leuchtende Leiste – die Stadtwerke möchten ihre Industriebauten zum neuen Wahrzeichen am südwestlichen Stadteingang machen. Und zwar indem sie sie abends illuminieren. Schon ab April könnte das Lichtspektakel bis gegen 1 Uhr nachts beobachtet werden, zu Staunen und Fragen anregen und so auf Umwegen die Stadtwerke bekannter und beliebter machen. Nächste Woche soll der Aufsichtsrat dem Projekt zustimmen. Stadtwerke-Chef Dr. Josef Wolf stellte es jetzt in Wüstmark bei der Sitzung des Ortsbeirates vor.

Die Einwohner des kleinen Ortsteils müssten sich nicht vor neuen Scheinwerferfluten in der Nacht fürchten, so seine Botschaft. Das Licht würde bewusst dezent von oben nach unten geführt und keinesfalls ins Wohngebiet hineinleuchten. Das Echo der nicht allzu vielen Veranstaltungsbesucher auf den Plan war indes geteilt: Irgendwie schick fanden fast alle die Bilder, die Josef Wolf mitgebracht hatte und die zeigten, wie das Kraftwerk künftig erstrahlen soll. Aber warum sparen sich die Stadtwerke nicht diese Investition und verkaufen stattdessen ihren Strom billiger, fragten einige. Oder geben das Geld an die Stadt. Aber genau die profitiere ja von der neuen Beleuchtung, so Wolf. Und zu einem modernen Unternehmen gehöre eben auch moderne Werbung und Imageverbesserung. Gebäude kunstvoll anzuleuchten sei ein weltweiter Trend und in Schwerin am Schloss und am E-Werk am Pfaffenteich bereits umgesetzt. Die meisten Schweriner und die Touristen mögen das sehr.

Konzept und LED-Installationen für das Heizkraftwerk in Wüstmark kosten rund 180 000 Euro, der Verbrauch liegt bei 5,8 Kilowatt – 4 Kilowatt fressen schon jetzt die großen Strahler, die das Kraftwerk aktuell relativ schrill beleuchten und dann verschwinden sollen. Darüber sind die Wüstmarker auf jeden Fall erfreut, denn das helle Licht, das heute vom Kraftwerk herüberstrahlt, verdirbt manchmal das Munkeln im Dunklen.

Das gute alte deutsche Wort „Beleuchtung“ wäre für das neue Projekt wohl untertrieben, denn hinter dem Konzept stecken anderthalb Jahres Planungsphase, diverse Gedankenspiele, die sich unter anderem um Energiesparen und Lichtsmog drehen, und natürlich illustre Vorbilder: Das alte Volkswagen-Heizkaftwerk besitzt eine spektakuläre Lichtinstallation, ebenso das Heizkraftwerk Linden oder das alte Kraftwerk Lausward. Prof. Thomas Römhild von der Hochschule Wismar hat für die Stadtwerke Schwerin das Konzept erarbeitet.

Am landesweiten Tag der erneuerbaren Energien am 30. April soll der Lichtpark erstmals komplett angeschaltet werden, so das Ziel der Stadtwerke. Gleichzeitig ist ein Tag der offenen Tür im Kraftwerk geplant – klassische trifft da auf moderne Werbung. Die Schweriner können dann entscheiden, was ihnen besser gefällt.

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