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Gedenkstätte Sültstorf : Licht für den Platz der Erinnerung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gedenkstätte in Sültstorf ist mit den Jahren zugewuchert – mit Liebe zum Detail und Fingerspitzengefühl soll sie erlebbarer werden

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erstellt am 26.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Leid lässt sich nicht in Worte fassen, auch nicht wiedergutmachen. Aber man kann erinnern, mahnen. Das ist auch Ansinnen der Gedenkstätte Sülstorf. 1945 stand vom 13. bis 15. April ein Zug mit etwa 4500 Häftlingen auf dem Nebengleis des Bahnhofs. Mehrere Hundert Menschen verloren ihr Leben und wurden auch unweit des Sülstorfer Bahnhofes verscharrt. 1947 wurde ein Ehrenfriedhof eingeweiht, 1951 wurde er zu einer Gedenkstätte ungestaltet. In den vergangenen 64 Jahren haben so manche Mecklenburger Hand angelegt, Bäume gepflanzt und auch abgeholzt. „Doch jetzt ist der Zustand wirklich nicht schön. Die Gedenkstätte hat etwas mehr Aufmerksamkeit und auch Zuwendung verdient“, erklärt Ramona Ramsenthaler. Seit einigen Monaten hat die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin auch tatkräftige Unterstützung. So helfen beispielsweise Schüler des Schulzentrums Strahlendorf bei der Aufarbeitung und haben zudem Vorschläge für eine mögliche Umgestaltung zu Papier gebracht. „Im Wahlpflichtunterricht haben Susann, Rosa, Gianni-Michél und Jenny sich intensiv mit der Geschichte der Gedenkstätte auseinandergesetzt, mit Zeitzeugen gesprochen und alles zusammengetragen“, sagt Ramona Ramsenthaler und verweist auf die großen Plakate. Denn auf denen sind nicht nur alte Bilder, Fakten aus fast vergessenen Zeiten zu sehen, sondern auch die Gestaltungsvorschläge der Neuntklässler.

Um das gesamte Projekt jedoch auf fundierten Nährboden zu setzen, hat sich die Gedenkstättenleiterin auch einen Fachmann ins Boot geholt: Matthias Proske. Der Schweriner Landschaftsarchitekt hat schon genaue Vorstellungen, wie es bald an der Sülstorfer Gedenkstätte aussehen kann: „Es muss viel freundlicher werden. Jetzt steht man vor einem sehr dunklen Gang und weiß gar nicht, was einen am Ende erwartet“, sagt Proske. Ihm ist aber auch bewusst, dass nicht alles komplett verändert werden kann. „Gedenkstätten bedürfen einer besonderen Sensibilität“, betont der Schweriner. Am Wochenende stellte er seine Entwürfe den Sültstorfern vor: Weniger Bäume, mehr Licht, ein Staketenzaun ein grüner Weg – vielleicht auch Trittplatten.

Doch bevor überhaupt etwas von diesen Plänen umgesetzt werden kann, muss die Denkmalpflege zustimmen und auch Eigentumsverhältnisse seien zu klären, sagte Bürgermeister Horst Busse. Und auch die Finanzierung steht noch nicht ganz. Von der Stiftung der Sparkassen gibt es 50 000 Euro – allerdings für insgesamt sechs Gedenkstätten im Land. Noch ist unklar, wie viel für Sülstorf übrig bleibt. Umso glücklicher ist Ramona Ramsenthaler, dass Matthias Proske keine Rechnung stellt, sondern ehrenamtlich die Gestaltung übernimmt. Für die ersten Arbeiten seien weder Plan noch Geld nötig. „Dafür brauchen wir dringend Helfer, die mit anpacken!“ Interessierte und zukünftige Unterstützer können sich bei Ramona Ramsenthaler unter der Telefonnummer 038753-80792 melden.

 

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