Kinderhilfe : Letzte Rettung für Kinder

Gut angelegtes Geld: Sandra Jürgens (M.) und Mario Kuska von Kurzurlaub.de überreichen 3000 Euro an Sabrina Arndt (l.) und Lina Schlesinger vom Kinderschutzbund. Ministerin Birgit Hesse (r.) freut das.
Gut angelegtes Geld: Sandra Jürgens (M.) und Mario Kuska von Kurzurlaub.de überreichen 3000 Euro an Sabrina Arndt (l.) und Lina Schlesinger vom Kinderschutzbund. Ministerin Birgit Hesse (r.) freut das.

Schweriner Unternehmen unterstützt Projekt zur Suizid-Prävention mit Jugendlichen

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03. März 2015, 16:00 Uhr

Ja, es gibt sie wirklich, die Situationen, in denen Kinder und Jugendliche nicht mehr weiter wissen und sich das Leben nehmen. Bundesweit sind es mehr als 500 Fälle im Jahr, in Mecklenburg etwa zehn. Doch die Dunkelziffer ist wesentlich höher, denn nicht jeder junge Selbstmörder hinterlässt einen Abschiedsbrief, weiß Sabrina Arndt von der Landesfachstelle Suizidprävention, die beim Kinderschutzbund angesiedelt und in der Alexandrinenstraße 2 zu finden ist.

Aber wie kann es soweit kommen, dass ein Mädchen oder Junge Selbstmord begeht? Es gibt doch Schulsozialarbeiter, Telefonseelsorge und diverse Hotlines.

„In einer akuten Krisensituation ist der direkte Kontakt mit einer Vertrauensperson wichtig“, erläutert Sabrina Arndt. „Deshalb fahre ich sofort raus und suche das Gespräch, wenn ich den Hilfeschrei von Eltern, Freunden oder Mitschülern höre. Denn wenn sich jemand an uns wendet, dann ist es bitterer Ernst.“ Mehr als 15 Mal war das im vergangenen Jahr allein in Schwerin und dem Unland der Fall.

Damit es aber erst gar nicht soweit kommt, kann zielgerichtete Präventionsarbeit helfen. Dafür engagiert sich die Landesfachstelle Suizidprävention in der Kinder- und Jugendhilfe. „Tod und Suizid sind in der Gesellschaft noch immer Tabuthemen. Kaum jemand weiß, dass Selbstmord die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist. Krisen kennt jeder Mensch, doch es fehlen beim Thema Suizid oder suizidale Gedanken häufig die Kompetenzen, mit den damit verbundenen Fragen und Konflikten angemessen umzugehen“, erläutert Carsten Spieß, Landesgeschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes. Die Landesfachstelle Suizidprävention verfolge das Ziel, über den Umgang mit dieser besonderen Thematik aufzuklären, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und Multiplikatoren für Hilfsangebote zu gewinnen.

Doch die Fachstelle ist auf Förderung angewiesen. Zuschuss kommt vor allem von der Aktion Mensch, ist aber begrenzt, berichtet Sabrina Arndt. Deshalb sei sie sehr dankbar für die Unterstützung durch das Schweriner Unternehmen „Kurzurlaub.de“. Das Internet-Portal für Kurzreisen überbrachte eine Spende von 3000 Euro für das Präventionsprojekt.

„Es gehört zu unserer Firmenphilosophie, die Schwachen im Land zu unterstützen. Die Arbeit, die die Suizidprävention des Kinderschutzbundes leistet, ist unverzichtbar. Ihre Förderung ist gut angelegtes Geld“, sagte Mario Kuska, Leiter der Unternehmenskommunikation von Kurzurlaub.de, bei der Scheckübergabe. Den Hinweis, dass hier Spenden dringend gebraucht würden, habe er übrigens vom Sozialministerium bekommen.

Ministerin Birgit Hesse nutzte deshalb auch gleich den Termin, um sich persönlich über Suizidprävention für Kinder und Jugendlich zu informieren. „Es ist wichtig, dieses Thema aus der Tabuzone herauszuholen“, betonte sie und appellierte an die ganze Gesellschaft, aufmerksam zu sein und Hilferufe nicht zu ignorieren.

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