Schweriner Bahn : Leser wollen Schweriner Lok Namen geben

Die Dampflok 91 134, das Schmuckstück der Sammlung der Schweriner Eisenbahnfreunde, soll einen Kosenamen bekommen.
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Die Dampflok 91 134, das Schmuckstück der Sammlung der Schweriner Eisenbahnfreunde, soll einen Kosenamen bekommen.

Zahlreiche Vorschläge eingegangen / Organisatoren haben doppelten Grund zum Feiern: 25 Jahre Verein und 10 Jahre Museum

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11. März 2016, 12:00 Uhr

„Niklot“ und „Petermännchen“ sind oft genannt, aber auch außergewöhnliche Vorschläge für den Namen der ältesten noch betriebsfähigen Dampflok Deutschlands, der „91 134“ wie „Die olle Liese“, „dicke Berta“ oder „Elli“ sind in den vergangenen Tagen in unserer Redaktion eingegangen. Gemeinsam mit dem Verein der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde, dem Besitzer der Traditionslok, sucht die SVZ-Lokalredaktion einen passenden Namen für die alte Dame aus Stahl.

„Er sollte vor allem einprägsam sein“, sagt Vereinsvorsitzender Frank Fischer. Eine richtige, echte Marke schwebt den Eisenbahnfreunden vor – so etwas wie der „Rasende Roland“ oder der „Molly.“ Und dafür setzt der Verein auf die Unterstützung der SVZ-Leser.

Denn immerhin ist schon reichlich Geld in das Dampfross geflossen, das 1898 in Elsaß-Lothringen gebaut wurde mit einem Kessel der Union Gießerei Königsberg. Bevor die „91 134“ zu den Schweriner Eisenbahnfreunden kam, rollte die letzte Dampflok preußischer Bauart für die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung, später für die Deutsche Reichsbahn, bevor sie Anfang der 1930er-Jahre im Auftrag der Braunschweigischen Landeseisenbahn unterwegs war. Nach dem Krieg kurz in Magdeburg stationiert, versah die „91 134“ bis 1964 Dienst auf dem Schweriner Rangierbahnhof. Sie wurde eine der ersten Loks für das Bahnmuseum Dresden. Allerdings nicht als Ausstellungsstück, sondern in einem Schuppen in Leipzig-Mockau. Schon 1986 wurde das Dampfross zurück nach Schwerin geholt und erhielt 1990 einen neuen Kessel. Acht Jahre lief sie dann bei Traditionsfahrten der Bahn. Doch dann war kein Geld mehr für den neuen TÜV da. Für 15 000 Euro wechselte die Lok schließlich in den Besitz der Eisenbahnfreunde, die ließen sie vor allem zur Buga 2009 viel fahren. Dann gab die Technik auf.

„Dank der Förderung aus dem europäischen Efre-Programm, zahlreichen Spendern und Eigenmitteln konnten wir die Lok im vergangenen Jahr reparieren lassen“, berichtet Frank Fischer. Unglaubliche 610 000 Euro hat das gekostet. Die derzeit 77 Vereinsmitglieder sind stolz, es mit ihrer „91 134“ so weit gebracht zu haben. Am 10. Juni soll das mit der Namensweihe gefeiert werden, ebenso die Vereinsgründung 1991 und die Museumseröffnung 2006. Natürlich mit einem Super-Namen.

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