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Schweriner Eisenbahnmuseum : Leser taufen den Traditionszug

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mecklenburger Eisenbahnfreunde feiern am Sonntag am Hauptbahnhof und ehren Namensgeber für historischen Museumszug

von
erstellt am 20.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Zehn Jahre gibt es am Hauptbahnhof das Eisenbahn- und Technikmuseum der Vereins der Mecklenburger Eisenbahnfreunde. Die aktuell 77 Vereinsmitglieder feiern ebenfalls Jubiläum – vor 25 Jahren wurde der Verein in Schwerin aus der Taufe gehoben. Grund genug also für Feste. Noch vor dem offiziellen Festakt am 10. Juni steht schon an diesem Sonntag, 22. Mai, ein besonderer Höhepunkt an: Der Museumszug mit seiner historischen Dampflok erhält einen Namen.

Für diesen hatten SVZ-Leser in den vergangenen Wochen hunderte Vorschläge unterbreitet. Die Eisenbahnfreunde um ihren Vorsitzenden Frank Fischer haben daraus den für sie schönsten Namen ausgesucht – er wird allerdings wirklich erst am Sonntag gegen 11 Uhr bekanntgegeben. Das kleine Fest der Namenstaufe selbst, am Sonntag ist auch Internationaler Museumstag, findet von 10 bis 18 Uhr statt.

Dann werden auch die Sieger gekürt, sagt Reinhard Mattenklott vom Vorstand der Eisenbahnfreunde. „Wir haben zwei erste Preisträger, die eine Fahrt mit der Familie gewinnen“, so Mattenklott. Vier weitere SVZ-Leser sind mit der Familie zu einem Museumsbesuch eingeladen. Alle sechs seien bereits informiert und für Sonntag eingeladen worden, berichtet Mattenklott.

Sie und die übrigen Besucher haben eine Menge zu bestaunen im kleinen Museum. Insgesamt fünf Dampfloks zählt das Museum, darunter die einzige betriebsbereite, die 91 134, die dank Fördergeld im vergangenen Jahr im thüringischen Meinigen aufwändig instandgesetzt wurde und daher zum Museumsfest am 10. Juni auch den historischen Traditionszug ziehen kann. Die Lok ist damit die älteste noch fahrtaugliche Normalspur-Lok Deutschlands.

Ebenfalls zählt der Verein der Mecklenburger Eisenbahnfreunde vier Großdieselloks und vier Kleindieselloks zu seinem Bestand. Hinzu kommen zehn Reisezugwagen aus verschiedenen Jahrzehnten der Eisenbahngeschichte. Verschiedene weitere Waggons komplettieren die Sammlung, darunter unter anderem ein Packwagen aus dem Jahr 1873 – der wohl älteste noch vorhandene Wagen Deutschlands, so Vereinschef Fischer. Nicht alle Loks und Waggons gehören dem Eisenbahn- und Technikmuseum. Einige sind Leihgaben aus den Verkehrsmuseen Nürnberg und Dresden.

Die Vorzeige-Lok 91 134 wird am Sonntag im Übrigen voraussichtlich im Einsatz sein und die Namensweihe des Museumszuges verpassen. Sie ist bei einer Feier in Putbus unterwegs. Möglich ist das nur, weil das historische Schmuckstück für viel Geld repariert wurde. Gigantische 50 000 Euro trugen die Vereinsmitglieder selbst zusammen und akquirierten weitere 80 000 Euro an Spenden. Die übrige Summe kam aus dem EU-Fördertopf Efre. 610 000 Euro kostete die Reparatur.

Gebaut wurde die 91 134 im Übrigen 1898 in der Elsässischen Maschinenfabrik Grafenstaden. Als „Saarbrücken“ ging die Lok auf Jungfernfahrt, nach dem Ersten Weltkrieg hieß sie „Trier“. Auf der abenteuerlichen Reise durch viele Dienste und Zeiten hat sie schließlich den Namen verloren. Jetzt soll sich der Kreis schließen – mit griffigem Titel.

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