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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 10:13 Uhr

Raserei : Leser fordern mehr Rotlichtblitzer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sinn von Tempo 70 auf der Umgehungsstraße wird angezweifelt – in Wohngebieten sollte die Geschwindigkeit öfter kontrolliert werden

von
erstellt am 30.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Geschwindigkeitskontrollen in der Stadt bewegen die SVZ-Leser. Die Frage zu viel oder zu wenig geblitzt wird, wird umfangreich diskutiert. So schreibt der Vorsitzende des Bauausschusses, Hagen Brauer, dass die festgelegten Höchstgeschwindigkeiten mal „hinterfragt“ werden sollten: „Warum auf der fast autobahnmäßig ausgebauten Umgehungsstraße nur 70 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf, erschließt sich nicht mal der Polizei. Während unsere Tempo-30-Zonen in Kerngebieten hohe Akzeptanz haben, gibt es kaum Verständnis für Tempo 30 in der Robert-Beltz-Straße. Hier sehe ich mehr Diskussionsbedarf, weniger bei den Kontrollmaßnahmen.“

„Ähnlich sieht das ein Leser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Auf der gut ausgebauten Umgehungsstraße schadet es wenig, wenn die 70 Kilometer pro Stunde überschritten werden. In Wohngebieten mit 30 Kilometer pro Stunde, wo durch zu schnelle Personenwagen und Laster denkmalgeschützte Häuser Risse bekommen oder wie im Schleifmühlenweg eine alte Brücke stark beschädigt wird – da sollte im Berufsverkehr regelmäßig geblitzt werden. Und vor Schulen sowieso.“ Außerdem wünscht sich der Leser mehr Kontrollen in reinen Wohngebieten, vor allem am Abend. „Das Hauptproblem ist aber: Die Bevölkerung weist oft genug auf solche Stellen hin, nur reagiert die zuständige Verwaltung zu selten darauf.“

Peter Pasternack ist der Meinung, dass Schwerin nicht mehr Blitzer braucht. „Gefragt ist mehr Vernunft etlicher Verkehrsteilnehmer, und die beginnt bei der Einhaltung der Verkehrsvorschriften.“ Die Gartenstadt als verkehrsberuhigte Zone sei beispielsweise ein ruhiges Wohngebiet. „Inzwischen nehmen mehr Kinder Besitz von Plätzen und Straßen. Sie genießen allseitig Vorfahrt.“

Nur nerven den SVZ-Leser einige notorische „Zuschnellfahrer“ als Miteinwohner. Die seien mit Blitzern wohl auch nicht zu stoppen. Wobei die eine oder andere Kontrolle angebracht wäre. „Es gibt aber auch noch eine große Unkenntnis zum Verkehrsschild selbst. Bei einer Sperrung der Ludwigsluster Chaussee kam es kürzlich zu einer richtigen Raserei durch die Gartenstadt“, hat Peter Pasternack festgestellt. „Mein Vorschlag wäre eine zusätzliche Beschilderung bei allen Einfahrten: ,Schritt fahren – sieben Kilometer pro Stunde‘“.

Volker Schulz, Vorsitzender der Schweriner Gruppe des ADFC, bewertet es positiv, dass es weniger Temposünder gibt. „Dies liegt sicher auch an den Blitzermeldungen im Rundfunk, die durch unsere Rundfunkgebühren finanziert werden. Damit zahlen wir auch die von öffentlich rechtlichen Radiosendern ausgelobten Hörerprämien. Auf Anfrage des ADFC Schwerin bei der Polizei, wie diese die Blitzermeldung werte, wurde mitgeteilt, dass die Blitzermeldungen als Prävention gesehen werden.“ Als passionierter Radfahrer hat Volker Schulz außerdem Probleme mit Autofahrern, die rote Ampeln ignorieren. „Es ist die Spur aus der Grevesmühlener in Richtung Lübecker Straße, die offensichtlich zu Rotlichtverstößen einlädt. Stadteinwärts fahrende Autos missachten hier sehr oft das Rotlicht und bringen Radfahrer und Fußgänger in Gefahr. Dieser Blitzer könnte sich rechnen. Zumindest kann er die Verkehrssicherheit dort positiv beeinflussen.“

In dieselbe Kerbe schlägt Lutz Feldbinder: „An den Fußgängerampeln in der Gadebuscher Straße erlebe ich täglich, dass Autos bei Rot fahren.“

Doch die Sache ist komplizierter. „Wir sind nicht frei bei der Aufstellung von Rotlichtblitzern“, sagt Gabriele Kaufmann, die Chefin des Ordnungsamtes, auf SVZ-Nachfrage. Für die Installation eines solchen Gerätes gäbe es klare Vorschriften. „Rotlichtblitzer dürfen nur an Stellen aufgestellt werden, an denen sich Unfälle häufen.“ „Nur“ eine Gefährdung reiche da nicht aus.



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