zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 08:29 Uhr

Schwerin : Lesend an dunkle Zeit erinnert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner gedenken der Bücherverbrennung der Nazis und stellen damals verfemte Literatur vor

von
erstellt am 11.Mai.2014 | 23:19 Uhr

Am 10. Mai vor 80 Jahren warfen die Nazis auf dem Berliner Opernplatz Bücher jüdischer Autoren symbolisch in einen gewaltigen Scheiterhaufen und verbannten diese Literatur aus den Bibliotheken. In Schwerin loderten die Flammen einige Tage später, Pfingsten 1934. In einer gespenstischen Inszenierung wurden auf einem teergetränkten Floß auf dem Pfaffenteich Bücher von Anna Seghers, Kurt Tucholsky, Erich Maria Remarque, Friedrich Wolf, Arnold Zweig und Dutzenden weiterer Schriftsteller verbrannt.

„Wir wollen daran erinnern, dass es in Deutschland eine Zeit gab, in der ein Mensch wie Armin T. Wegner gefoltert wurde und für Jahre ins KZ kam, weil er in einem Brief an Hitler gegen die Judenverfolgung protestiert hatte“, sagte Stadtpräsident Stephan Nolte. Er eröffnete die vom Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin organisierte öffentliche Lesung am Sonnabend in der Mecklenburgstraße mit Auszügen aus Wegner Brief. Sieben Schweriner, darunter Landtags- Vizepräsidentin Silke Gajek und Landtagsabgeordneter Henning Foerster, folgten Nolte beim Vorlesen aus dem Strandkorb heraus.

„Wer seine Vergangenheit vergisst, muss vielleicht in der Zukunft die bittere Erfahrungen wiederholen“, mahnte Mitorganisator Heiko Lietz. „Unsere Erfahrung ist, dass Politik gewaltfrei verändert werden kann. Doch es gibt Ideologien, die Gewalt und Krieg produzieren.“

Zwar blieben nur wenige Passanten stehen, doch für ein Aufhorchen, ein Innehalten und neugierige Blicke sorgte die Lesung allemal.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen