Wirtschaft trifft Forschung : Lesehilfen für den Computer

Denkpause im Rostocker Stadthafen: Mathe-Forscher Dr. Roger Labahn, Planet-Chefentwickler Welf Wustlich und Mathematiker Jesper Kleinjohann (v.l.)
Denkpause im Rostocker Stadthafen: Mathe-Forscher Dr. Roger Labahn, Planet-Chefentwickler Welf Wustlich und Mathematiker Jesper Kleinjohann (v.l.)

Raben Steinfelder Softwareschmiede baut Kooperation mit der Uni Rostock aus und gründet eine Niederlassung in der Hansestadt

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23. Juni 2015, 12:00 Uhr

Sie bringen Computern das Lesen bei: Fachleute vom Institut für Mathematik der Universität Rostock und von der Firma Planet Intelligent Systems aus Raben Steinfeld gehen bei der Erkennung von Texten neue, gemeinsame Wege. Die IT-Experten aus Raben Steinfeld haben im Rostocker Stadthafen eine eigenständige Niederlassung gegründet. Vorerst arbeiten dort drei Absolventen der Uni. In den nächsten fünf Jahren sollen bis zu 15 Akademiker beschäftigt sein. „Unser Stammsitz in Raben Steinfeld wird dadurch nicht geschmälert“, betont Planet-Geschäftsführer Hagen Wustlich. Forschung, Entwicklung, Zusammenarbeit mit der Uni in Rostock; Projektierung, Produktion und Service in Raben Steinfeld – so sieht das Zukunftsmodell aus. Das kommt keineswegs überraschend. Denn die Raben Steinfelder arbeiten schon seit mehr als zehn Jahren vor allem mit den Spezialisten vom Computational Intelligence Lab der Uni zusammen. Schon seit 1997 hilft Software aus Raben Steinfeld bei der Sortierung von Briefen und Paketen in Europa und Nordamerika. Auch bei der Übertragung alter Dokumente in heutige Schriftformen arbeiten die Partner eng zusammen. Und im vorigen Jahr wurden sie gemeinsam Weltmeister im Lesen von Handschriften. (SVZ berichtete).

„Wir haben zehn große Forschungsprojekte erfolgreich gestemmt“, sagt Mathe-Forscher Dr. Roger Labahn. Immer gehe es darum, neue Technologien für Bild- und Schrifterkennung zu entwickeln. „Wir sind führend im Bereich intelligenter, lernender Systeme der künstlichen Intelligenz und wollen diesen Vorsprung weiter ausbauen“, betont Welf Wustlich, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Planet. Dazu gehört, dass aus weitreichenden Ideen erst anwendungsfähige Programme und dann marktfähige Produkte werden. Das könnte zum Beispiel eine App sein, die Texte auf Handyfotos nicht nur erkennt, sondern die gespeicherten Aufnahmen nach Begriffen durchforstet und die entsprechenden Bilder aufruft. Und auch andere, große Datenmengen sowie digital erfasste Texte sollen nach Schlagworten durchsucht werden. „Bislang liegt die Trefferquote bei 30 Prozent“, sagt Hagen Wustlich. „Das wollen wir verdreifachen.“

Hagen Wustlich ist davon überzeugt, dass die dafür notwendigen Spezialisten an der Uni Rostock zu finden sind. „Auch mein Bruder Welf hat dort studiert.“ Wichtig ist es aber, diese jungen Leute im Land zu halten, indem sie in Mecklenburg-Vorpommern interessante Aufgaben und berufliche Perspektiven erhalten. „Genau das wollen wir mit unserer Niederlassung in Rostock bieten.

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