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Geschichtsvortrag : Lenin-Statue, Bertha Klingberg und Runder Tisch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Historischer Abend befasst sich mit Denkmalen in Schwerin

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 23:47 Uhr

Schwerin und seine Monumente: Sind sie schützenswerte Denkmale oder eher ein Ärgernis? Der erste Historische Abend im neuen Jahr stellt sich genau diese Frage. Er beginnt heute um 19 Uhr im Schleswig-Holstein-Haus. Referent ist der Leiter des Schweriner Stadtarchives, Dr. Bernd Kasten.

Der Stadtgeschichts- und -museumsverein Schwerin startet mit diesem interessanten, möglicherweise auch kontroversen Abend in das 21. Jahr seiner Vortragsreihe „Historische Abende“. Dr. Bernd Kasten wird sich in einem Überblicksvortrag unter dem Titel „Von Paul Friedrich bis Bertha Klingberg – Denkmale in Schwerin 1840 bis 2013“ mit der Geschichte und Gegenwart von Denkmalen sowie mit dem Umgang mit ihnen früher und heute befassen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sind in Schwerin eine Fülle von ganz verschiedenen Denkmalen errichtet, verlegt und oft auch wieder abgerissen worden. Mehr oder minder prominente Bildhauer haben die Stadt mit ihren Werken geschmückt. Gezeigt wurden Großherzöge, Politiker, aber auch ganz gewöhnlichen Menschen, Tiere ebenso wie abstrakte Kunst. Der Vortrag mit zahlreichen Illustrationen schildert das wechselvolle Schicksal dieser Skulpturen und damit den Umgang mit der historischen Erinnerung in Schwerin in den vergangenen 150 Jahren. Der Referent berührt historische Themen ebenso wie aktuelle, denn wer sich an die öffentlichen Debatten um den „Runden Tisch“ oder das Lenin-Monument erinnert, weiß, dass es eine überaus spannende Angelegenheit sein kann, sich in Schwerin mit Denkmalen auseinanderzusetzen. Besonders umstritten ist seit Jahren der 1985 aufgestellte, überlebensgroße Lenin vis a vis der Halle am Fernsehturm. 2008 war FDP-Stadtvertreter Christoph Priesemann mit seinem Abrissantrag in der Stadtvertretung gescheitert. Seitdem weist eine Info-Tafel am Sockel auf Enteignung, Bürgerkrieg und kommunistischen Terror hin. Immer wieder werden Lenin und auch die Infotafel zu seinen Füßen mit Farbe beschmiert. Die Stadt muss die Skulptur aufwändig reinigen lassen.

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