Schweriner Skulptur-Streit : Lenin-Plastik heiß begehrt

Eingefärbt: Die Lenin-Statue ist umstritten – und begehrt. Aber nicht als Denkmal.
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Eingefärbt: Die Lenin-Statue ist umstritten – und begehrt. Aber nicht als Denkmal.

Gadebuscher Veranstalter bittet OB um die umstrittene Statue, Teterower wollen aus der Skulptur Kirchenglocken machen

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04. Juli 2014, 07:45 Uhr

Tauziehen um Lenin: Nach der symbolischen Verhüllungsaktion der Plastik im vergangenen Monat (SVZ berichtete) und der Forderung der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, die Skulptur zu entfernen, hat auch Vize-Landtagspräsidentin Silke Gajek sich für die Beseitigung ausgesprochen: „Ein demokratischer Staat sollte keine historische Figur ehren, die eine Diktatur begründet hat. Lenin hat wesentliche Teile des Stalinismus geprägt und vorbereitet.“ Der 1985 aufgestellte, überlebensgroße Lenin vis-à-vis der Halle am Fernsehturm steht seit Jahren in der Kritik und ist regelmäßig Opfer von Vandalismus. Das Werk von Bildhauer Jaak Soans ist entgegen weit verbreiteter Ansichten allenfalls Kunst, kein Denkmal. „Da jeglicher Ortsbezug fehlt, entspricht die Skulptur nicht dem Denkmalschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommerns“, sagt Dr. Michael Bednorz, Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, auf SVZ-Anfrage.

Dennoch ist die Plastik begehrt: Vor wenigen Tagen hatte sich eine Familie aus Teterow in Schwerin gemeldet. Sie wollte „für einen dreistelligen Betrag“ Lenin erwerben, die Bronze einschmelzen und daraus neue Kirchenglocken gießen lassen. Jetzt hat der Gadebuscher Veranstalter Ulf Bartel Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow angeschrieben: „Als Besitzer des Kreml in Gadebusch gewähre ich Lenin Asyl auf unbegrenzte Zeit vor meinem Kreml. Ein passenderen Ort für den alten Herren kann ich mir nicht vorstellen. Die Kosten für den Abbau und Transport übernehme ich gern. Ich freue mich auf eine positive Antwort und auf Lenin.“

Doch Gramkow hält an Lenin fest. Beide Anfragen seien überhaupt kein Angebot für sie, sagte Gramkow gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Sie sei „betroffen von dieser Art von Geschichtsauseinandersetzung“. Die Stadtvertretung habe sich für den Erhalt des Lenin-Standbildes mit einer erklärenden Tafel ausgesprochen und beschlossen, dass es als Mahnung stehen bleiben soll. Gramkow: „Selbst wenn Putin käme und die Plastik im Moskauer Kreml aufstellen wollte, würde ich sie nicht hergeben.“

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