zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 16:12 Uhr

Gesundheitsgefahr : Legionellen-Alarm in Zippendorf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vermieter ordnet Duschverbot in Wohnblocks in der Alten Dorfstraße an: Wasserleitungen werden heute chemisch desinfiziert

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 21:00 Uhr

Aufregung in Zippendorf: Bei einer Routineuntersuchung sind im Trinkwasser in den Wohnblocks des ehemaligen FDGB-Heims „Fritz Reuter“ in der Alten Dorfstraße Legionellen gefunden worden. Heute wird das Leitungssystem in den rund 200 Wohnungen chemisch desinfiziert. Pflegeheim und Betreutes Wohnen im benachbarten Wohnpark Zippendorf sind nach Informationen unserer Zeitung vom Bakterienbefall nicht betroffen.

Bei Proben in zwei Wohnungen sei die erhöhte Legionellen-Konzentration entdeckt worden, sagte gestern Michael Raudenkolb von der Hanseat Immobilien GmbH in Kiel, Vermieter der Wohnblocks. „Am 11. August lag uns der Laborbericht vor. Wir haben daraufhin umgehend das Gesundheitsamt verständigt.“ Per Handzettel seien die Bewohner aufgefordert worden, auf das Duschen zu verzichten, um zu verhindern, dass Bakterien durch fein zerstäubtes Wasser eingeatmet werden.

Entstanden ist das Legionellen-Problem nach Angaben von Raudenkolb durch einen Defekt im hauseigenen Trinkwasser-System, genauer in der Warmwasser-Aufbereitung. „Die Speicher-Temperatur konnte durch den Fehler nicht mehr auf konstant über 55 Grad gehalten werden.“ So hätten sich die Legionellen ausbreiten können. Mittlerweile sei das Problem behoben worden, versicherte Raudenkolb. Durch die heutige Desinfektion würden auch die noch verbliebenen Bakterien in den Leitungen beseitigt.

Mieter der betroffenen Wohnblocks machen sich freilich weiterhin Sorgen. Sie habe sich schon seit längerem darüber gewundert, dass das Wasser nur lauwarm aus ihrem Hahn gekommen sei, berichtete eine 80-jährige Bewohnerin am Heißen Draht unserer Zeitung.

Stadtsprecherin Michaela Christen hingegen attestierte der Hanseat GmbH ein „professionelles Verhalten“. Das Gesundheitsamt habe schnelle Kenntnis von dem Bakterien-Befall in Zippendorf erhalten. Etwa 15 bis 20 Legionellen-Fälle seien in diesem Jahr in Schwerin bereits gemeldet worden, so Christen. Seit Jahren habe es aber in der Stadt keine Erkrankung durch Legionellen gegeben.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen