Rettungsschwimmer und Co : Lebensretter zum Nulltarif

Die Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht sind im Notfall zur Stelle. Sie helfen ehrenamtlich.
Die Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht sind im Notfall zur Stelle. Sie helfen ehrenamtlich.

Für Helfer bei der Wasserwacht und in den freiwilligen Feuerwehren gibt es im Ehrenamt viel Verantwortung und wenig Geld

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26. August 2015, 06:30 Uhr

Ein Ehrenamt ist ein freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Man leistet es für eine bestimmte Dauer bei freien Trägern, Projekten, Vereinen, Initiativen oder Institutionen. Heute wird „Ehrenamt“ zunehmend gleichbedeutend mit Begriffen wie „Freiwillige soziale Arbeit“ oder „Bürgerschaftliches Engagement“ verwendet.

Doch sollte im Ehrenamt nicht auch unterschieden werden? Ist das engagierte und unermüdliche Engagement der Seniorin, die in Kitas etwas vorliest, und des jungen Mannes, der als Einkaufshelfer einspringt, wirklich gleichzusetzen mit der verantwortungsvollen, Leben rettenden Tätigkeit von Rettungsschwimmern und Kameraden der freiwilligen Feuerwehren?

Ein junger Mann, der lange bei der DRK-Wasserwacht Strandaufsicht übernommen hatte, hatte sich in diesem Sommer – wie andere Kollegen auch – gegen den Zippendorfer Strand entschieden: „An der Supermarktkasse bekomme ich in zwei Stunden so viel Geld wie für einen ganzen Tag als Rettungsschwimmer“, sagte der Ex-Lebensretter.

Auch bei der Feuerwehr sieht es nicht besser aus. Wer keine Führungsfunktion in einer freiwilligen Wehr hat, erhält pro Alarmierung 10 Euro – in der Theorie. Praktisch wandert das Geld in einen gemeinsamen Topf, z. B. um Fahrscheine und Verpflegung zu kaufen. „Ein weiterer Spielraum für Leistungen zur Entschädigung von Angehörigen der freiwilligen Feuerwehren besteht nicht“, teilte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow auf eine Anfrage der SPD-Fraktion mit.

Die Unabhängigen Bürger sehen das anders. „15 Euro pro Tag sind angesichts des zeitlichen Aufwandes und mit Blick auf die große Verantwortung der Rettungsschwimmer weder zeitgemäß noch angemessen“, sagt Fraktionsvorsitzender Silvio Horn. „Hier müssen über den Haushalt, das Land und gegebenenfalls auch über städtische Stiftungen neue Wege gefunden werden.“

Kommentar vom Autor: Landtag muss handeln

Die Bewachung von Badestränden im Tourismusland MV ist eine freiwillige Leistung der Kommunen. Das muss geändert werden. Denn die klammen Gemeinden können das gar  nicht leisten. Ein Gesetz, das die Retter an jedem öffentlich ausgewiesenen Badestrand zur Pflicht macht bei gleichzeitiger entsprechender Finanzausstattung dieser Aufgaben durch das Land, würde allen mehr Sicherheit geben und wäre ein Zusatzpunkt beim Werben um Touristen. Der Landtag muss endlich handeln.

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