Verkehr Schwerin : Laute Ampel nervt

Problem „gelöst“: Unbekannte haben den Lautsprecher an der Ampel in der Hamburger Allee zerstört.
Problem „gelöst“: Unbekannte haben den Lautsprecher an der Ampel in der Hamburger Allee zerstört.

Stadt will Signalgeber für Sehgeschädigte leiser machen

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16. Januar 2016, 08:00 Uhr

Nina Schramm ist ungehalten. „Wir können nachts nicht mehr schlafen“, so die SVZ-Leserin am Heißen Draht. „Das Fenster können wir schon gar nicht mehr auflassen.“ Der Grund: Die Ampel vor ihrer Haustür in der Hamburger Allee ist sehr laut. Schuld ist der dort installierte so genannte akustische Signalgeber.

Inzwischen haben Unbekannte eine „Lösung“ des Problems gefunden. Der Lautsprecher wurde einfach abgeschlagen.

Nach einem Beschluss der Stadtvertretung sollen alle Ampeln in der Stadt mit Anlagen ausgestattet werden, die sehgeschädigten Menschen die Orientierung erleichtern. „Nach und nach rüsten wir alle Lichtsignalanlagen mit solchen Signalgebern aus“, sagt der Chef des Fachdienstes Verkehrsmanagement, Dr. Bernd-Rolf Smerdka.

Die Tongeber haben zwei unterschiedliche Lautstärken: leise, damit sehbehinderte die Ampel finden, lauter, damit sie wissen, dass es für Fußgänger grün leuchtet.

Smerdka räumt ein, dass die hörbaren Signale einer Ampel tatsächlich sehr laut sein können. „Wenn der Wind ungünstig steht, kann das schon erheblich stören. Vor allem nachts. Ich kann mir vorstellen, dass man dann die Fenster nicht mehr auflassen kann.“

Das Problem ist für das Amt nicht neu. Auch anderswo in der Stadt gab es bereits Beschwerden wegen zu lauter Ampeln. „Wir wollen Abhilfe schaffen“, versichert Bernd-Rolf Smerdka. Eine Möglichkeit sei, das Geräusch mittels Schaumgummi im Gerät zu dämpfen. „Oder wir schalten den akustischen Signalgeber in der Nacht ganz und gar ab.“ Doch vor allem an die zweite Möglichkeit traut sich die Verwaltung nicht so ohne Weiteres ran. „Wir möchten für die betreffende Ampelanlage in der Hamburger Allee eine Stellungnahme des Behindertenbeirates haben.“ Die sei nicht von heute auf morgen zu bekommen. Der Amtsleiter bittet die betroffenen Bürger daher um etwas Geduld. Er versichert aber: „Wir haben erkannt, dass es sich um ein Problem handelt und wollen für die Bürger eine Verbesserung der Situation erreichen.“

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