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Brandstiftung in Schwerin : Laufhallen-Feuer: 22-Jähriger in Haft

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Ein 22-jähriger Schweriner steht unter dringendem Tatverdacht, am 24. März das Feuer in der Laufhalle am Lambrechtsgrund gelegt zu haben. Gestern wurde Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen.

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2013 | 05:46 Uhr

Weststadt | Gegenüber Zeugen soll er sich seiner Tat sogar gerühmt haben: Ein 22-jähriger Schweriner steht unter dringendem Verdacht, am 24. März das Feuer in der Laufhalle am Lambrechtsgrund gelegt zu haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht der Landeshauptstadt deshalb gestern Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen. Laut Oberstaatsanwalt Stephan Hagemann sitzt der 22-Jährige nun in Untersuchungshaft in Bützow.

Intensive Ermittlungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft in den vergangenen Monaten auf die Spur des mutmaßlichen Brandstifters geführt. Gegen 6.30 Uhr soll sich der 22-Jährige am Tag des Brandes von der Diskothek "Achteck" aus zur benachbarten Laufhalle begeben haben, um in der Halle zunächst nach Gegenständen zu suchen, die er mit gehen lassen könnte. Anschließend soll er dann Kunststoffmatten der Hochsprunganlage angezündet haben. Im weiteren Verlauf habe das Feuer auf das gesamte Gebäude übergegriffen, so Hagemann.

Neben den Aussagen von Zeugen stütze sich die Staatsanwaltschaft unter anderem auch auf eine Videoaufzeichnung aus der Diskothek, erläuterte Hagemann. Sie zeige etwa, wie der 22-Jährige das "Achteck" in Richtung Laufhalle verlasse. Laut Oberstaatsanwalt ist der Tatverdächtige bereits "wiederholt polizeilich in Erscheinung getreten", allerdings nicht wegen Brandstiftung. Im Falle einer Verurteilung drohten ihm bis zu 15 Jahre Haft. Noch habe sich der Schweriner allerdings nicht zum Tatvorwurf geäußert, so Hagemann.

Die Laufhalle, die erst vor zwei Jahren saniert worden war, brannte bei dem Feuer vollständig nieder. Schadenshöhe: rund drei Millionen Euro. Bis zum Dreesch war der dunkle Rauchpilz zu sehen, meter hoch schlugen die Flammen, ein stechender Geruchlag in der Luft, als die Feuerwehr am Ort des Geschehens eintraf. Den Brandschützern gelang es, ein Übergreifen der Flammen ins besondere auf die benachbarte Volleyball-Halle zu verhindern. Die rund 40 Jahre alte Laufhalle, 100 mal 15 Meter groß, Trainingsstützpunkt für die Leistungskader des Landes, war jedoch nicht mehr zu retten.

Voraussichtlich noch in diesem Jahr will die Stadt mit dem Bau einer neuen Halle beginnen. "Wir hoffen, dass uns die Versicherung mehr als den Zeitwert der abgebrannten Halle ersetzt", sagte Ober bürgermeisterin Angelika Gramkow jüngst im Sportausschuss. Das sei das Ergebnis einer Runde mit dem Vorstand der Ostdeutschen Kommunalversicherung, die über die Höhe des Schadensersatzes verhandelt hat (wir berichteten). Während die Leichtatheleten in der Landeshauptstadt also aufatmen können, müssen die Radsportler des Track Cycling Teams MV ihre Runden wohl weiter unter freiem Himmel drehen. Die weitergehende Neubau-Lösung mit einem integrierten Radring ist nicht realisierbar. "Das ist zwar schade, aber wir sind froh, wenn die Laufhalle überhaupt ersetzt wird", erklärte Torsten Mönnich, Präsident des Stadtsportbundes.


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