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18. Dezember 2017 | 14:02 Uhr

Laufhallen-Ersatz frühestens 2013

vom

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erstellt am 21.Aug.2013 | 06:06 Uhr

Weststadt | Im März ist die Laufhalle der Schweriner Leichtathleten im Lambrechtsgrund einer Brandstiftung zum Opfer gefallen. Der erhoffte Ersatzbau lässt jedoch - sehr zum Ärger der Sportler - auf sich warten. Nach Auskunft von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und Sportdezernent Dieter Niesen werde es erst am 17. Oktober ein klärendes Gespräch mit dem Vorstand des Hauptversicherers der Stadt geben. Darum hatte dieser gebeten, informierte Niesen. Grund dafür sind beabsichtigte Änderungen für den Neubau. So wird beispielsweise geprüft, ob eine Radrennbahn für das Track Cycling Team MV integriert werden kann. Das scheint dem Versicherer nicht zu gefallen. Zahlungsmodalitäten müssten geklärt werden, wenn sich der Hallenkörper mit dem Ersatzbau im Vergleich zum Vorgänger verändert, hieß es. Immerhin hat die Stadtverwaltung unabhängig davon bereits Investitionskosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro für den Ersatzbau der Laufhalle in den Finanzplan für 2013 eingestellt.

Dass sich bislang überhaupt nichts im Interesse der Schweriner Sportler getan hat, ruft bei Gerd Wessig, Vize-Abteilungsleiter Leichtathletik des Schweriner SC, nur ein Kopfschütteln hervor. "Wir haben die Notwendigkeit des Wiederaufbaus der Halle dokumentiert, haben Skizzen, Zeichnungen, Projekte erstellt. Fachliche Beratungen über Anlagen wie Kurvenneigungen, Bahnenbreiten bis hin zu Abstellräumen oder den Standort des Einstichkastens durchgeführt, Besuche in anderen Leichtathletik-Hallen organisiert. Mehr ist aus unserer Sicht nicht machbar", so der Olympiasieger. Dass der Schwarze Peter nur bei der Versicherung liegt, will Wessig nicht so sehen: "Mir fehlt hier offenherziges Engagement der Verantwortlichen der Stadt", sagt er.

Fakt ist aus Sicht der Leichtathleten: Wenn bis Ende Oktober von der Stadtverwaltung keine konkrete Aussage zum Bau und der Inbetriebnahme der neuen Laufhalle erfolge, bräuchten und könnten für die Schul- und Sportjahrgänge 2013 des Sportgymnasiums im November/Dezember keine Aufnahmesichtungen durchgeführt zu werden. Damit könnte ein ganzer Schuljahrgang im Sportgymnasium ausfallen. Experten sind sich einig: Die Auswirkungen entsprächen denen wie beim Zusammenbruch des Schul- und Klubsports der DDR nach der Wende. Betroffen seien nicht nur die Leichtathleten, sondern auch die Boxer, Triathleten, Radsprinter, Fechter, Ruderer und Segler im Schul- und Nachwuchssport, die alle die Laufhalle benutzt haben und benötigen.

Gerd Wessig appelliert inzwischen schon öffentlich: "Liebe Rostocker, Neubrandenburger und Hamburger Leichtathletik-Vereine: Bitte lasst uns in eure Laufhallen!" Und der erfahrene Sportler übt sich in Sarkasmus: "Unseren Jüngsten empfehle ich: Schaut, wie es die Sportler aus Bad Doberan, Sanitz, Grevesmühlen, Greifswald oder Neustrelitz machen. Diese Kinder haben auch keine Laufhalle und sind bei unseren Landesmeisterschaften immer vorn dabei. Also Kopf hoch und trotzdem fleißig trainieren!"

Indes hat die Fraktion Unabhängige Bürger die Stadt aufgefordert, den Wiederaufbau mit höchster Priorität voranzutreiben. "Wir können überhaupt nicht nachvollziehen, was hier läuft. Obwohl die Versicherung die Kosten eines Neubaus übernehmen würde, also ein baldiger Wiederaufbau möglich war, bremst die Stadtverwaltung", kritisiert Fraktionsvorsitzender Silvio Horn. "Jetzt will die Stadt anscheinend die Laufhalle mit dem Radsport verbinden, was in der bisherigen Größe nicht geht." Zudem würde die Stadtvertretung einmal mehr aus der Presse diese Informationen erhalten anstatt im zuständigen Ausschuss.

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