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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 13:52 Uhr

Einbruchsserie in Schwerin : Lauben-Besitzer atmen auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Beutezug in der Kleingartenanlage „Neumühler Aussicht I“: Mutmaßlicher Täter sitzt in Untersuchungshaft

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Kerstin Hauser (Name von der Redaktion geändert) schneidet Rosen. Es grünt und blüht nur so in ihrem Garten. Kleingarten-Idylle pur. Dabei steckt der Schwerinerin der Schrecken noch in den Gliedern. Ein Einbrecher hat ihre Laube heimgesucht. „Alle Schränke waren durchgewühlt, Glassplitter überall, fürchterlich.“ Hauser ringt um Fassung. An mehreren Fenstern und Türen habe sich der ungebetene Gast zu schaffen gemacht, erheblichen Schaden angerichtet.

Das Gartenhäuschen von Kerstin Hauser war nicht die einzige Laube in der Anlage „Neumühler Aussicht I“, auf die es der Einbrecher abgesehen hatte. Innerhalb von wenigen Tagen machte er einen regelrechten Beutezug durch die Kolonie. Lange konnte sich der Mann an seinem Diebesgut allerdings nicht erfreuen. Der mutmaßliche Täter, ein 40-jähriger gebürtiger Rostocker, sitzt in Untersuchungshaft.

Am helllichten Tag sei der Einbrecher in der Anlage unterwegs gewesen, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Kleingartenvereins, Hartmut Paech. Eine solche Einbruchsserie habe es in der „Neumühler Aussicht I“ noch nie gegeben. Um so erleichterter seien die Kleingärtner, dass der Tatverdächtige nun hinter Schloss und Riegel sitze.

Die Polizei spricht von 13 Geschädigten. „In einige Lauben wurde sogar mehrmals eingebrochen“, sagt Dietmar Rienecker von der Schweriner Kripo. Dass die Beamten dem mutmaßlichen Täter schließlich auf die Schliche kamen, verdankten sie einem Hinweis aus der Sparte. „Ein Gartenfreund hat einen Mann mit einer Axt in der Hand durch die Anlage spazieren sehen und die Polizei verständigt“, berichtet Vereins-Vize Paech.

Die alarmierten Polizisten schnappten nicht nur den schon polizeibekannten 40-Jährigen, sie entdeckten auch entlang eines öffentlichen Wegs neben der Kleingarten-Siedlung mehrere Depots mit Diebesgut. Der Einbrecher habe aus den Lauben mitgenommen, was sich irgendwie zu Geld machen lasse, sagt Kripo-Mann Rienecker. Auf Elektrogeräte wie Rasenmäher, Heckenschere, Fernseher oder Staubsauger und hochwertiges Handwerkszeug sei der Eindringling besonders aus gewesen.

Auf rund 4000 Euro bezifferte die Polizei den Schaden in einer ersten Schätzung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Schweriner Amtsgericht Haftbefehl gegen den 40-Jährigen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauerten aber noch an, sagt Rienecker.

65 Lauben-Aufbrüche hat es im ersten Halbjahr insgesamt in der Landeshauptstadt gegeben, immerhin deutlich weniger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, wo die Statistik 100 geknackte Gartenhäuser verzeichnete. Gegen einen Einbruch in die Laube gäbe es kein Patentrezept, sagt Polizeisprecherin Katrin Hilberling. Es gelte aber der grundsätzliche Appell der Polizei, möglichst keine Wertsachen im Gartenhaus aufzubewahren.

In der Laube von Kerstin Hauser hatte es sich der mutmaßliche Täter übrigens auch gemütlich gemacht, wohl etwas gegessen und getrunken. Bei der Verschnaufpause soll er sein Portmonee mit dem Personalausweis verloren haben, was die Arbeit der Polizei gewiss erleichterte.

Kerstin Hauser versucht, nicht mehr an das Geschehene zu denken, will sich die Idylle in ihrem Garten nicht kaputt machen lassen. Außerdem hat die Schwerinerin jetzt auch ganz andere Sorgen: „An den Rosen hat sich Mehltau breit gemacht“, sagt sie mit Kenner-Blick.

 

 

 

 

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