Verkehrslärm : Laster-Lärm raubt ihm den Schlaf

Fordert mehr Lärmschutz an der Umgehungsstraße: Harthmut Rach wohnt in der Siedlung am Alten Holzweg und fühlt sich durch den Lkw-Verkehr auf der Bundesstraße  belästigt.
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Fordert mehr Lärmschutz an der Umgehungsstraße: Harthmut Rach wohnt in der Siedlung am Alten Holzweg und fühlt sich durch den Lkw-Verkehr auf der Bundesstraße belästigt.

Krebsfördener Harthmut Rach ärgert sich über den nächtlichen Lkw-Verkehr auf der Umgehungsstraße

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22. Juli 2014, 12:00 Uhr

„Tamtam, tamtam, tamtam.“ Die Geräusche, die ihn nachts um den Schlaf bringen, lassen Harthmut Rach nicht mehr los. „Wenn die Laster auf der Umgehungsstraße über die Brücke fahren, ist es besonders schlimm, und dann die Motorbremse – huiuiuiuiu“, erzählt der 65-Jährige. Mit allem Möglichen habe er gerechnet, als er vor zwei Jahren in die beschauliche Siedlung am Alten Holzweg in Krebsförden gezogen sei, aber nicht mit Lärm. Und nun das.

Gegen 2.30 Uhr sei für ihn die Nachtruhe manchmal schon vorbei, berichtet Rach. „Ich habe das Gefühl, die Lastwagen fahren direkt an meinem Schlafzimmerfenster vorbei.“ Dabei steht das Bett des Krebsfördeners im ersten Stock, und die Umgehungsstraße liegt ein gutes Stück entfernt. Doch vor allem bei Nordost-Wind überwinde der Schall die Distanz ganz mühelos, erklärt Rach.

Seit Ende vergangenen Jahres habe die Lärmbelastung in der Siedlung unweit des Waldfriedhofs gewaltig zugenommen, schildert Rach – und glaubt auch, den Grund zu kennen: die Bauarbeiten am Autobahnkreuz Schwerin. Viele Lkw-Fahrer, die die Autobahn wegen der Arbeiten verlassen müssten, kehrten bei Fahrbinde nicht wieder auf die A 14 zurück, sondern düsten auf der B 106 nach Schwerin und weiter Richtung Norden, um die Maut-Gebühr zu sparen, so Rach, der unbedingt weiteren Lärmschutz und verstärkte Geschwindigkeitskontrollen an der Umgehungsstraße fordert.

Dass Maut-Flüchtlinge von der A 14 die Umgehungsstraße als Ausweichpiste benutzen könnten – dieser Theorie will sich Wilfried Schubert nicht anschließen. Er habe keine Belege für eine solche Annahme, sagt der Dezernent im Schweriner Straßenbauamt. Etwa 28 000 Fahrzeuge am Tag rollten über die Umgehung. Diese Zahl sei vor Jahren prognostiziert worden und habe sich auch so eingependelt. „Die gesetzlich vorgeschriebenen Lärm-Grenzwerte von 59 Dezibel am Tag und 49 Dezibel in der Nacht werden eingehalten“, betont Schubert. Um weitere Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen, müsste sich das Verkehrsaufkommen schon gewaltig erhöhen.

Harthmut Rach dürfte die Einhaltung der Grenzwerte aber kaum trösten. Er wird weiter nachts wach im Bett liegen und Geräusche hören, mit denen er nicht gerechnet hat.

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