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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 17:05 Uhr

Zug abgefahren : Lankow bekommt keine Chance

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tausende Befürworter für den Erhalt der Schwimmhalle und potenzieller Investor finden bei Politik und Verwaltung kein Gehör

von
erstellt am 29.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Am letzten Öffnungstag der Schwimmhalle Lankow hat der Initiator des Bürgerbegehrens für den Erhalt der Lankower Schwimmhalle Jan Szymik mehr als 2500 Unterstützungsunterschriften an Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow übergeben. Die erforderliche Anzahl von 4000 wurde nicht erreicht. „Bedauerlicher Weise ist die Unterstützung der Schweriner für den Erhalt der Lankower Schwimmhalle nicht mehr so groß wie noch 2008 beim erfolgreichen Bürgerbegehren“, so Jan Szymik.

„Ich kann verstehen, dass vor allem die Schließung der Schwimmhalle und insbesondere der Sauna für Verärgerung sorgt, aber die Entscheidung steht fest“, sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Die Kritiker der Schwimmhallen-Schließung lud sie ein, den Neubau am Dreescher Markt ab heute in Besitz zu nehmen. Um 10 Uhr werden Schulklassen ins Wasser steigen, um 16 Uhr öffnet die moderne Halle das erste Mal für die Bürger. Ihnen stehen die beiden Becken in den nächsten zwei Wochen komplett zur Verfügung. Danach wird es eng, wenn Schulschwimmen, Aqua-Kurse und Vereine ins Wasser drängen. Für die Schweriner werden nach den Winterferien im Alltag wohl nur einige Bahnen zur Verfügung stehen. Lediglich der Sonntag soll auch künftig für das so genannte Bevölkerungsschwimmen stehen.

Ausgebremst hat die Stadtvertretung auch die Privatinitiative des Schweriner Mediziners Dr. Ralf Schmedemann. Der hatte vor, die Lankower Halle vor dem Abriss zu retten und für die Handballnachwuchsabteilung des Eisenbahnersportvereins aus seiner Privattasche eine Spielstätte zu schaffen. Doch der Zug scheint abgefahren. Einerseits ist mindestens eine Million Euro zu investieren. Schmedemann hatte ursprünglich gehofft, mit einem Viertel auskommen zu können. Er ist also auf Geldgeber angewiesen. Andererseits haben Vertreter aller Fraktionen am Montag deutlich gemacht: Eine Beteiligung der Stadt an Schmedemanns Vorhaben berge zu große Risiken. Sie stehen daher zum geltenden Beschluss. Und der bedeutet: Abriss.

Fakt ist: Eine Beteiligung Schwerins wird es nicht geben. Allerdings hat Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum es nicht ausgeschlossen, dem Arzt die Halle für einen symbolischen Euro verkaufen zu können. Doch dem Mediziner fehlt der Geldgeber für die fehlenden 750 000 Euro. Ohne Beteiligung der Stadt könne er als Privatperson nicht an die bereits in Aussicht gestellten Fördermittel für den Umbau kommen. Und ein weiterer Mäzen mit großen Portmonee ist derzeit nicht in Sicht.


 

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