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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 22:04 Uhr

Schweriner Schloss : Langer Weg zum Welterbe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bis zur Abgabe der Bewerbungsunterlagen im Herbst 2020 muss noch viel Arbeit in den Antrag gesteckt werden

von
erstellt am 18.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Der Termin steht: Spätestens im September 2020 muss der Schweriner Antrag für einen Eintrag in die Welterbeliste bei der Unesco vorliegen. Zuschlag oder Ablehnung könnten dann 2022 erfolgen. Diesen Ablauf skizziert die Welterbemanagerin der Landeshauptstadt, Claudia Schönfeld. Doch was sich in weiter Ferne liegend anhört, ist nicht mehr lange hin, wenn man den noch zu bewältigenden Arbeitsaufwand betrachtet. Prof. Dr. Marie-Theres Albert, Inhaberin des Unesco-Lehrstuhls für „Heritage Studies“ an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus, mahnte bei einer Podiumsdiskussion während der 2. Welterbetagung im Oktober 2016 an, dass nun endlich etwas passieren müsse in Schwerin.

Möglicherweise war das ein Weckruf. Denn in den vergangenen Monaten ist dann doch einiges geschehen, wenngleich auch noch nicht alles klar ist. So soll nun der Welterbe-Antrag für das Residenzensemble um die umliegende Kulturlandschaft erweitert werden. Wie weit die gefasst werden kann oder muss, steht allerdings noch nicht fest. Der Gründer und langjährige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hatte vor vielen Jahren angeregt, für die Landschaft zwischen den Residenzstädten Schwerin und Neustrelitz den Welterbestatus zu beantragen. „Das wäre viel zu weit gefasst und nicht zu bewältigen“, sagt Dr. Günter Reinkober, der Chef des Fachdienstes Denkmalpflege. Ob allerdings der deutlich kleinere Bereich zwischen Wiligrad und Raben Steinfeld betrachtet werden soll, steht noch nicht fest. „Für die Unesco ist schon ein Schloss mit Schlossgarten Kulturlandschaft“, so Welterbemanagerin Schönfeld. Doch Schlösser und Gärten sind auf der Unesco-Liste schon überproportional vertreten. Schwerin muss aber seine Einzigartigkeit und seine Bedeutung für die Menschheit herausarbeiten. Das soll unter anderen Dr. Christian Ottersbach untersuchen. Der Wissenschaftler hatte bereits den Schweriner Antrag an die Kultusministerkonferenz erarbeitet, mit dem das Residenz auf die deutsche Vorschlagsliste kam. Der Vertrag mit Ottersbach liegt inzwischen unterschriftsreif vor, so Günter Reinkober.

Vorarbeit für die Untersuchung Ottersbachs hat Martin Funk geleistet. Er absolviert ein freiwilliges soziales Jahr in der Denkmalpflege in der Landtagsverwaltung und hat in den Vorschlagslisten der 193 Unesco-Staaten nachgesehen, wo eventuell ein ähnlicher Antrag wie der Schweriner vorliegt.

Ebenfalls erarbeitet werden muss ein Gutachten zur Kulturlandschaft mit ihren Inhalten und Sichtbeziehungen. „Kaninchenwerder wird sicher dazu gehören“, sagt Reinkober. Doch was noch – Fragezeichen. Auf jeden Fall müssen Ottersbach-Gutachten und das Papier zur Kulturlandschaft noch zu einem Werk zusammengeführt werden.

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