Stralendorfer Schulstreit : Lange Mängelliste und kein Plan

Im alten Teil des Gymnasialen Schulzentrums in Stralendorf sind Baumaßnahmen nötig.
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Im alten Teil des Gymnasialen Schulzentrums in Stralendorf sind Baumaßnahmen nötig.

Stralendorfer Schulzentrum ist in schlechtem Zustand: Amtsausschuss benötigt Zahlen, um über Neubau oder Sanierung zu entscheiden

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21. September 2017, 08:00 Uhr

Die Diskussionen um die Sanierung oder einen Neubau des Gymnasialen Schulzentrums Stralendorf sind leiser geworden, aber keineswegs verstummt. Denn das Problem besteht wie bisher: Ein schlechter Zustand der Sanitäranlagen, zu wenig Platz für Schüler und Lehrer, Salzablagerungen an den Keller-Wänden – alles in allem ein sanierungsbedürftiger Bau (wir berichteten). Auch in den Sommerferien hat sich am Ist-Zustand nichts geändert. „Wir haben jetzt erst einmal keine weiteren Sanierungen vorgenommen, da nicht klar ist, wie es weitergeht“, sagt Amtsvorsteher Manfred Bosselmann, zugleich Bürgermeister von Wittenförden. Während des Amtsausschusses am Montagabend haben sich Bürgermeister und Gemeindevertreter in dieser Runde darauf verständigt, einen Kosten-Nutzen-Rechnung in Auftrag zu geben. Bereits Anfang Juli stand dieser Punkt auf der Tagesordnung und wurde hitzig diskutiert. Im Juli forderte der Pampower Gemeindevertreter Rüdiger Naber eine Analyse, die die Sinnhaftigkeit weiterer Sanierungen prüft. Der Schulentwicklungsausschuss sollte sich eingehend mit dem Problem befassen. Ziel war es, zwei Varianten mit Zahlen zu untermauern: Neubau oder Sanierung.

Das sei zwar geschehen, aber immer noch nicht mit verlässlichen Zahlen, räumte Bosselmann ein. „Wir haben bislang nur eine Summe von 16 Millionen Euro für einen Neubau, der 2,5 Millionen für eine Sanierung gegenüberstehen. Doch die aktuellen Forderungen sind da nicht eingerechnet“, betonte Bosselmann und verwies auf den räumlichen Mehrbedarf, den Schulleiter Thilo Kreimer in der Juli-Sitzung geäußert hat. Laut Kreimer würden in der Schule 40 weitere Räume fehlen. Auch mit Blick auf anstehende Aufgaben wie die Inklusionsstrategie würden sich die Anforderungen an das Gymnasiale Schulzentrum ändern. „Es muss auch geschaut werden, wie sich Heizkosten entwickeln und welche Reparaturen in einigen Jahren anfallen könnten. Aber nun ist Schluss mit Palavern. Jetzt müssen verlässliche Zahlen auf den Tisch“, fasst Bosselmann die Sitzung zusammen. Denn das Amt habe sich zum Schulzentrum bereits vor Jahren bekannt. Hinzu kommt, dass auch der Betrieb für Bau und Liegenschaften MV ebenfalls die Forderung nach einer entsprechenden Kosten-Nutzen-Rechnung für beide Varianten aufgestellt hat, um eventuell weitere Fördermittel in Aussicht zu stellen.

Ein Fakt, den unter anderem Holthusens Bürgermeisterin Marianne Facklam sehr entgegenkommt. „Wir können nicht Geld für Sanierungen ausgeben, die auf lange Sicht keinen Sinn machen. Seit sechs Monaten herrscht Stillstand, das ist mehr als traurig und nicht gerecht gegenüber den 670 Kindern, die dort unterrichtet werden. Auch den Lehrern gegenüber ist das unfair“, sagt sie.

Wann verlässliche Zahlen für einen Vergleich von Sanierung und Neubau für das Schulzentrum auf den Tisch kommen, konnte Bosselmann auch gestern noch nicht sagen.

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