zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 01:06 Uhr

Schwerin : Lange arbeiten, spät einkaufen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Schweriner nutzen verlängerte Öffnungszeiten der Supermärkte. Besonders junge Menschen kaufen nach 20 Uhr ein.

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Kurz nach 20 Uhr: Es ist dunkel. Und kalt. Aber der Parkplatz vor dem Rewe-Markt am Obotritenring ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Studentin Alexandra steigt mit ihren drei Freundinnen Sarah, Merle und Lena gerade ins Auto ein. „Wir gehen oft so spät einkaufen, wenn daheim nichts mehr im Kühlschrank ist“, erklärt Alexandra. „Unsere Vorlesung war jetzt erst zu Ende und wir haben noch Hunger. Da ist doch klar, dass wir noch etwas einkaufen müssen.“ Heute seien laut Lena frisches Gemüse, Hähnchen und Schafskäse in der Einkaufstüte gelandet. „Wenn wir abends schon einkaufen gehen, dann kochen wir auch gleich. Und dann nehmen wir natürlich frisches Gemüse, ist doch klar“, sagt die Studentin.

Doch spät einkaufen ist nicht selbstverständlich: In Bayern etwa müssen die Supermärkte gesetzlich um 20 Uhr schließen. Der Späteinkauf wird seitens der bajuwarischen Landesregierung also gar nicht erst zugelassen. In Schwerin hingegen bieten vier Supermärkte „verlängerte“ Einkaufszeiten bis 22 Uhr und später an: Der Real-Supermarkt im Sieben Seen Center, das Kaufland in der Hamburger Allee und der Rewe im Dreescher Markt haben sechs Tage die Woche, von Montag bis einschließlich Sonnabend, bis zum zehnten Glockenschlag am Abend geöffnet. Der Rewe-Markt am Obotritenring sogar bis 23.30 Uhr. Dabei ist die Meinung bei den meisten Supermarktgängern einhellig: Lange Öffnungszeiten kämen besonders Schichtarbeitern entgegen.

Einen Unterschied im Einkaufsverhalten sieht Rewe-Mitarbeiter Michael Schäfer nicht. „Die Leute kaufen ganz normal ein: Getränke, Obst, Gemüse und was man eben noch so braucht“, erläutert Schäfer. Die Uhrzeit wirke sich dabei nicht auf die gekauften Waren aus. Besonders junge Menschen gingen erst nach 20 Uhr einkaufen, so der Rewe-Mitarbeiter.

Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Einzehandelsverbandes Nord, sieht in den längeren Öffnungszeiten einen Vorteil für den Verbraucher: „Normalerweise bin ich um 23.30 Uhr in der Woche im Bett. Bis dahin habe ich so die Möglichkeit, alles zu besorgen“. Auch Mitarbeiter ohne Kinder würden von den Arbeitszeiten nach 20 Uhr und den damit verbundenen Zuschlägen profitieren.

Ähnlich sieht das auch der Pressereferent der Nordkirche, Christian Meyer. „Andere Arbeitsfelder, beispielsweise Kitas, arbeiten ja auch bis 20 Uhr. Da ist es für die Beschäftigten in diesen Bereichen natürlich gut, nach Arbeitsende ihre Besorgungen erledigen zu können“, schildert Meyer. Außerdem seien die Öffnungszeiten ja nicht flächendeckend, sondern nur an Standorten, an denen sich die Verlängerung rentiere.

Mit der Einkaufstüte im Kofferraum fahren die Studentinnen davon. Die Türen am Rewe-Markt am Obotritenring bleiben weiter geöffnet: Für diejenigen, noch später etwas einkaufen möchten. Bis 23.30 Uhr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen