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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 02:59 Uhr

Treffen in Plate : Landwirte reden Klartext im Stall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bauernverband Parchim lädt Fördermitglieder an die Basis ein: Gespräche über steigende Pachtpreise und Ernteeinbußen.

Die Messen in der Landwirtschaft sind für dieses Jahr gesungen und die Töne klingen selbst über die Landesgrenzen hinaus alles andere als lieblich. „Wir waren froh, als 2016 rum war. Alle Hoffnung setzten die Bauern auf 2017 und auch jetzt bleiben zufriedene Gesichter aus“, sagt Frank Piehl. Der Alt Schlagsdorfer Landwirt und Vorsitzende des Bauernverbandes Parchim fand klare Worte für seine Gäste. Eingeladen hatten er und seine Mitstreiter jüngst alle Fördermitglieder des Verbandes. Und das direkt an die Basis: auf den Hof der Agrargenossenschaft Plate. So gab es neben Gesprächen über aktuelle Herausforderungen und Aufgaben zudem frischen Wind an der Ackerkante und echten Stallduft. Die Agrargenossenschaft Plate ist eines von mehr als 100 Mitgliedern des Bauernverbandes. Der Milch- und Ackerbaubetrieb hat 39 Angestellte. Besonders stolz ist das Team der Genossenschaft auf den neuen Stall. Rund 700 000 Euro hat die Anlage gekostet. Geld, das bei dem derzeitigen Milchpreis nur schwerlich wieder reinzuholen sei, betont Anlagenleiterin Katrin Kranert. Zwar bekomme sie nun von der Molkerei einen Cent mehr, da sie bei der Fütterung der rund 600 Milchkühe auf gentechnikfreies Futter setzt, aber von einer entspannten Lage sei der Betrieb weit entfernt.

Auf die Frage eines Fördermitglieds, ob sich nach dem Umzug in den neuen Stall die Leistung der Kühe verbessert hat, konnte sie mit einem klaren Ja antworten. Katrin Kranert räumte aber ein, dass sie mit der aktuellen Milchleistung nicht zufrieden sei. Der Mais sei im vergangenen Jahr zu trocken in die Silos gekommen, lasse sich nun schlechter aufspalten und das habe verminderte Milchleistungen zur Folge. „Wir wollen nicht jammern, aber mal klar sagen, wie es ist“, betont Bernd Rieprecht und lud die Gäste zu einer Feldrundfahrt ein. Die Flächen sind alle abgeerntet und teilweise neu bestellt. Nicht nur die Erträge bereiten dem Vorsitzenden der Agrargenossenschaft Sorgen, auch die Pachtpreise. „Wir haben rund 300 Verpächter und die Erben, die jetzt nachrücken, schauen schon genauer auf die Preisentwicklungen“, sagte Rieprecht. Die Agrargenossenschaft setzt derzeit auf Mais, Roggen sowie Triticale und hat in diesem Jahr auch Weizen angebaut – das bei 18 Bodenpunkten. „Die Erträge beim Weizen waren recht gut, sind aber eher die Ausnahme“, sagte Felix Klotzbücher, zuständig für den Ackerbau.

Im Anschluss gab es Gelegenheit für den fachlichen Austausch zwischen Förderern und Bauern. „So ein Tag ist eine gute Gelegenheit unseren Fördermitgliedern direkt zu zeigen, wie es den Landwirten geht und welche Aufgaben anstehen“, sagte Verbands-Geschäftsführerin Heike Kasten.

Der Bauernverband Parchim zählt 144 Mitglieder, dazu 34 Fördermitglieder. Die Mitgliedsbetriebe bewirtschaften 72 866 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.

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