Schwerin schön und geheim : Landeshauptstadt vernachlässigt seine Schätze

<fettakgl>Zugewachsene Aussicht:</fettakgl> Der Blick von der Reppiner Burg bleibt in  Baumwipfeln hängen, anstatt bis zum Horizont zu reichen.<foto>Reinhard Klawitter</foto>
Zugewachsene Aussicht: Der Blick von der Reppiner Burg bleibt in Baumwipfeln hängen, anstatt bis zum Horizont zu reichen.Reinhard Klawitter

Das Schloss, die Altstadt und der Dom - das sind die bekanntesten Reisezeile in Schwerin. Aber es gibt noch mehr. Doch die Geheimtipps muss man erst suchen. Die Stadt soll sie besser ausschildern, bewerben und pflegen.

svz.de von
20. Juni 2012, 09:52 Uhr

Schwerin | Das Schloss, die Altstadt und der Dom - das sind die bekanntesten und meist besuchtesten Ziele von Reisegruppen und Schwerin-Besuchern. Doch es gibt noch viel mehr. Touristen müssen die kleinen versteckten Ecken und Abenteuer allerdings suchen. Diese so genannten Geheimtipps sind auch deshalb geheim, weil Schwerin sie gut versteckt hält. "Wir müssen die Besonderheiten unserer Stadt mehr hervorheben", sagt Rolf Steinmüller von der Fraktion Unabhängige Bürger. Wie das am besten zu bewerkstelligen ist, danach suchen die Stadtpolitiker in den kommenden Wochen in verschiedenen Fachausschüssen.

Bis dahin fahren viele Schwerin-Besucher nach Hause, ohne dass sie die idyllischen und einzigartigen Ecken der Landeshauptstadt gesehen und erlebt haben. Sie werden nicht wissen, wie es ist, wie im Miniaturenpark wie Gulliver auf Reisen durch das kleine Schwerin zu gehen. Oder wie schön es ist, den romantischen Blick von der Reppiner Burg aus über den Schweriner See schweifen zu lassen. Vielleicht finden einige Besucher noch den Weg ins Freilichtmuseum. Gäste lieben es, dort einen gemütlichen Kaffee zwischen alten Fachwerkhäusern und geschickten Handwerkern zu trinken. Damit Besucher künftig nicht mehr an Schwerins Geheimtipps vorbei fahren, fehlen häufig nur kleine Hinweisschilder, attraktive Internetwerbung oder beschnittene Büsche. Beispiel Reppiner Burg in Mueß: Die Unabhängigen Bürger schlagen gezielt vor, den Weg zur Ruine besser auszuschildern. Vielleicht sogar schon am Freilichtmuseum auf die Burg hinzuweisen, also die Sehenswürdigkeiten untereinander auch besser durch Hinweise zu vernetzen. Die idyllische Ruine sollte auch auf der Homepage der Stadt aufgenommen werden, schlägt die Fraktion vor, dann aber auch besser gepflegt werden. Besonders die "rechtsextremistischen Schmierereien" in der Umgebung müssten beseitigt und "ferner dafür Sorge getragen werden, dass Derartiges künftig nicht mehr vorgenommen werden kann", sagt Fraktionschef Silvio Horn. "Die Sehenswürdigkeiten in Mueß werden vergleichsweise stiefmütterlich behandelt." Diese müssten wieder verstärkt in den Blickpunkt der Touristen rutschen.

Diesen Wunsch tragen auch viele Mueßer mit. Auf einer Wunsch- und Mängelliste haben die Einwohner auch beklagt, dass ihre Reppiner Burg immer stärker zuwuchert und von einem Aussichtspunkt kaum noch die Rede sein könne. Auch der Wassertourismus werde aus ihrer Sicht an Mueß vorbei geführt. In Hinblick auf die abgebrannte Gaststätte an der Stör und die maroden Steganlagen würden sich die Mueßer von der Stadt mehr Druck auf die Eigentümer wünschen.

Natürlich verwaist nicht nur die Reppiner Burg. "Auch andere Sehenswürdigkeiten wie die Schleifmühle, der Miniaturenpark Lankow oder auch das Gelände der Zukunftswerkstatt in Warnitz sollten in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden", sagt Horn. Und sei es durch einfache Handarbeit wie einen vollständigen und werbewirksamen Eintrag auf Wikipedia im Internet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen