Streit um Busverkehr : Landbusverbot in Schwerins City?

Christian Brade  und André Harder (r.)  sehen den Marienplatz als zentralen Verkehrsknotenpunkt. Für eine Erreichbarkeit des Stadtzentrums  müsse die direkte Verbindung erhalten bleiben.
Christian Brade und André Harder (r.) sehen den Marienplatz als zentralen Verkehrsknotenpunkt. Für eine Erreichbarkeit des Stadtzentrums müsse die direkte Verbindung erhalten bleiben.

Wirtschaftsausschüsse gegen Pläne der Landeshauptstadt, Kreis-Busse vom Marienplatz zu bannen / Tarifverbund gefordert

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06. März 2014, 22:00 Uhr

Dürfen Busse aus Parchim, Hagenow oder Ludwigslust bald nicht mehr über Schwerins Marienplatz fahren? Endet die Fahrt demnächst am Stadtrand? Müssen Fahrgäste aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim dann noch ein Extra-Ticket für den Nahverkehr kaufen? Christian Brade (SPD), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Kreistages Ludwigslust-Parchim, macht gegen Vorschläge mobil, die quasi eine Verbannung der Umlandbusse vom Marienplatz und damit aus dem Stadtzentrum vorsehen. Politiker der Umlandkommunen fordern die Landeshauptstadt auf, die direkte Erreichbarkeit des Schweriner Stadtzentrums auch künftig zu gewährleisten. Zudem soll ein Tarifverbund den Nahverkehr wieder attraktiver machen. 800 Stadtbusse und unzählige Straßenbahnen queren den Platz in Schwerins City. Aber ausgerechnet etwa 80 Busse aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gelten jetzt als zu hohe Belastung. „Eine große Zahl von Einwohnern der Umlandgemeinden sind auf den ÖPNV angewiesen. Der ist ein wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge und soll die Mobilität der Bevölkerung in bedarfsgerechter Weise sichern“, sagt Christian Brade. „Gerade mit Blick auf Schüler, Senioren sowie Menschen mit einem geringen Einkommen oder einer Behinderung, die oftmals nicht mit eigenem Fahrzeug bis zur Stadtmitte fahren können, müssen beste Voraussetzungen zur Teilhabe garantiert werden“, ergänzt André Harder (SPD) vom Schweriner Wirtschaftsausschuss. Die Wirtschaftsausschüsse der Kreistage von Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg sowie der Landeshauptstadt Schwerin beschäftigten sich gestern Abend mit dem Thema. Bis Redaktionsschluss war noch kein Ergebnis zu erfahren, wir bleiben aber dran.

Würden die in der Schweriner Politik kursierenden Ideen Realität, „dann müsste eine Angestellte aus Parchim in der von-Stauffenberg-Straße vom Bus in die Straßenbahn steigen und ein weiteres Ticket lösen, um zur Arbeit zu gelangen. Das ist nicht nur zeitaufwändiger, das belastet auch den Geldbeutel unnötig“, sagt Brade.

Es sei überhaupt nicht nachvollziehbar, den Marienplatz als Flaniermeile zu sehen und damit einen seit jeher wichtigen Verkehrsknotenpunkt degradieren zu wollen. Brade und Harder wollen daher parteiübergreifend einen Konsens ermöglichen. Dazu soll jetzt eine gemeinsame Arbeitsgruppe der drei Wirtschaftsausschüsse ins Leben gerufen werden, um auf kommunalpolitischer Ebene wichtige Eckpunkte für den regionalen Nahverkehrsplan zu erarbeiten. Zum Vorschlagspaket gehört auch die Wiedereinführung eines Westmecklenburg-Tarifs.

Kommentar von Udo Mitzlaff
Lachnummer

Will Schwerins OB noch mehr Pendlerautos in der Stadt? Dann ist die Idee vom Busverbot zielführend. Ein Tipp: Noch dämlichere Ampelschaltungen dazu und alles  steht. Die Busnummer ist eine Lachnummer auf Schildbürgerstreichniveau. Weg damit!

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