Ehrung : Land zeichnet Alfred Brauer aus

Fingerspitzengefühl ist gefragt: Innenminister Lorenz Caffier heftet Alfred Brauer das „Brandschutz-Ehrenzeichen der Sonderstufe“ vorsichtig an die Uniform.
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Fingerspitzengefühl ist gefragt: Innenminister Lorenz Caffier heftet Alfred Brauer das „Brandschutz-Ehrenzeichen der Sonderstufe“ vorsichtig an die Uniform.

Wehrführer von Pingelshagen erhält den höchsten Feuerwehrorden von Mecklenburg-Vorpommern

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17. Dezember 2014, 16:00 Uhr

Diese Adventszeit steckt für Alfred Brauer voller Überraschungen: Der 63-Jährige wurde gleich mehrfach beschenkt. Doch diese Geschenke hatte sich Brauer in den zurückliegenden Jahren, ja Jahrzehnten redlich verdient: als Wehrführer und als Gemeindearbeiter von Pingelshagen.

Alfred Brauer ist schon seit jungen Jahren Feuerwehrmann. 1967 trat er in die freiwillige Feuerwehr seines Heimatdorfes ein. Gleich beim ersten Einsatz musste er miterleben, wie ein Kind ums Leben kam. „Das hat mich geprägt“, blickt Brauer zurück. „Ich wollte immer so gut wie möglich ausgebildet sein, um solche Tragödien zu verhindern.“ Schon 1975 wurde Alfred Brauer deshalb von seinen Kameraden zum Wehrführer gewählt. Anfang nächsten Jahres endet die derzeitige Wahlperiode. 40 Jahre ist Brauer dann im Amt – ohne Unterbrechung. Der Aufbau der Jugendfeuerwehr nach der Wende und das Wirken als Amtswehrführer von Lübstorf-Alt Meteln fallen in diese Zeit.

All das waren gute Gründe für den Kreisfeuerwehrverband von Nordwestmecklenburg, Alfred Brauer für den höchsten Feuerwehrorden des Landes vorzuschlagen. Innenminister Lorenz Caffier heftete ihm das „Brandschutz-Ehrenzeichen der Sonderstufe“ persönlich an die Uniform.

Eigentlich sollte Anfang 2015 für Alfred Brauer Schluss sein im aktiven Dienst. „Noch ist aber kein Nachfolger gefunden“, bedauert Brauer. Deshalb will der 63-Jährige weitermachen und den nächsten Wehrführer von Pingelshagen einarbeiten. Zwei Jahre Zeit bleiben dafür, denn mit 65 Jahren erreicht Alfred Brauer die vorgegebene Altersgrenze, dann muss er seinen Posten räumen. Eine der wichtigen Zukunftsaufgaben in Pingelshagen ist der Wiederaufbau einer Jugendfeuerwehr. Denn die bisherigen Nachwuchskräfte sind inzwischen in die aktive Gruppe gewechselt. Dank dieser Verstärkung steht die Pingelshagener Wehr mit 21 aktiven Kameraden und 6 Ehrenmitgliedern gut da. „Aber sieben Kameraden sind älter als 50 Jahre“, betont Brauer. Für eine Gemeinde mit mehr als 500 Einwohnern ist das eine große Feuerwehr.

Abschied genommen hat Alfred Brauer in dieser Tagen bereits von seinem Berufsalltag als Gemeindearbeiter. „Nach 46 Arbeitsjahren, davon fast 18 Jahren in der Gemeinde, konnte ich in den Ruhestand gehen“, erzählt Alfred Brauer. Er hat die Arbeit als Gemeindearbeiter gern gemacht und auch versucht, sich Zeit für die Probleme der Pingelshagener zu nehmen. „Unser Dorf hat sich nach der Wende enorm entwickelt“, blickt Brauer zurück. Auch als Gemeindevertreter hat er daran mitgewirkt. Als später die alten Ställe dem neuen Gemeindezentrum weichen mussten, hat er geholfen, einen Teil der maroden Gebäude mit Händen abzutragen. Und im neu entstandenen Gemeindezentrum hat auch die Feuerwehr ihre Räume. Das war von großem Vorteil, wenn am Tag ein Notruf ankam: Der Gemeindearbeiter Alfred Brauer schlüpfte schnell in seine Uniform und konnte schon mit einer Hand voll weiterer Kameraden zum Einsatz eilen. „Das war übrigens auch ein Grund, warum ich mich für die Stelle als Gemeindearbeiter beworben und sie auch erhalten habe“, erinnert sich der Wehrführer.

Den Gemeindearbeiter hatten Ende voriger Woche Bürgermeister Reimond Weding und die Gemeindevertreter bei einem Abendessen verabschiedet. „Und auch die Vereine sowie viele Privatpersonen haben sich bei mir bedankt“, freut sich Alfred Brauer. „Damit hätte ich nie gerechnet.“

Gleiches gilt für den Feuerwehrorden, den Brauer am Montag erhielt. Dass er mit der höchsten Landesauszeichnung für Feuerwehrleute gewürdigt wird, wusste der 63-Jährige zuvor nämlich nicht. „Ich hatte ja nur die Einladung erhalten und mich schon darüber gefreut.“

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