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Wasserschaden im Waldhaus : Land unter in Wiligrader Gäste-Info

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Den Wiligrader Schlossfreunden steht das Wasser bis zum Hals: Nach einem Rohrbruch im so genannten Waldhaus lief Wasser aus der Wohnung über der Gästeinformation die Wände runter und flutete die Räume im Erdgeschoss.

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2012 | 10:13 Uhr

Wiligrad | Den Wiligrader Schlossfreunden steht das Wasser bis zum Hals - glücklicherweise nur im übertragenen Sinne. Aber der Schaden nach einem Rohrbruch im so genannten Waldhaus ist schlimm genug. Bei einer Havarie lief das Wasser aus der Wohnung über der Gästeinformation, die zugleich Vereinssitz der Schlossfreunde ist, die Wände runter und flutete die Räume im Erdgeschoss.

"Als wir die Tür zur Gästeinformation öffneten, floss es uns nur so entgegen", blickt Sigrid Niemann vom Vereinsvorstand immer noch voller Sorge auf diesen Schreckens-Moment zurück. "Das Wasser stand stellenweise drei, vielleicht auch fünf Zentimeter hoch." Vereinsmitglieder schaufelten es sofort in Eimer und trugen diese ins Freie. Doch nicht nur auf dem Fußboden war es nass. Computer, Drucker, Haushaltstechnik waren voll gelaufen. "Das meiste davon ist wohl nicht mehr zu retten", befürchtet die Vereinsvorsitzende Britta Lohse. Das Gleiche gilt wahrscheinlich auch für das Mobiliar sowie für Bücher, Faltblätter, Ausstellungstafeln, Schaubilder und Handzettel. Das alles brauchen die Schlossfreunde, um Touristen in Wiligrad über die Geschichte des Schweriner Herzogshauses, den Wiligrader Bauherrn Johann Albrecht und den am Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Schloss komplex am Schweriner Außensee zu informieren. "Wir müssen in den nächsten Tagen erst einmal gucken, ob wir davon etwas retten können", betont Niemann.

Die Schautafeln stehen nach einem Rettungseinsatz der Vereinsmitglieder inzwischen in benachbarten, trocken gebliebenen Räumen der Gemeinde. Einzelne Schriftstücke und CDs hängen zum Trocknen auf der Wäscheleine in der Küche der Gästeinformation. "Wir heizen jeden Tag kräftig und können nur hoffen, dass das was bringt", erzählt Britta Lohse. Denn einige der vom Wasser beschädigten Sachen sind unersetzlich. Die Ausstellungstafeln sind zum größten Teil nicht nur selbst gemacht, sondern auch mit selbst recherchiertem Material bestückt. Einige der zwölf aktiven Vereinsmitglieder der Schlossfreunde forschen unermüdlich in Archiven und Bibliotheken. Die gesammelten Informationen wurden auf den Computern in der Gästeinformation erfasst. "Wir haben längst nicht alles auf CDs gespeichert. Und ob die Datenträger heil geblieben sind, steht ja auch noch nicht fest", berichtet Sigrid Niemann zwischen Hoffen und Bangen.

Insgesamt sitzt der Schock nach diesem Wasserschaden tief. Doch unterkriegen lassen sich die Schlossfreunde nicht. Und so langsam sehen sie auch wieder Land. "Die Gemeinde hat bereits zugesagt, dass die Räume wieder hergerichtet werden", erzählt Britta Lohse. Auch die Kreisverwaltung von Nordwestmecklenburg wurde über die Havarie und ihre Folgen informiert. Die Schlossfreunde hoffen auf Hilfe, die nicht nur von öffentlicher Seite kommen muss.

Fest im Blick haben die Vereinsmitglieder vor allem das Osterwochenende: Dann wollen sie - wie geplant - in die neue Saison starten. "Führungen werden wir auf jeden Fall anbieten", betont Britta Lohse. Ein Info-Punkt könnte zur Not auch in einem Zelt auf dem Schlossareal eingerichtet werden. Vielleicht findet sich für die Gäste-Info vorübergehend auch noch eine andere Unterkunft. "Wir wollen aber auf jeden Fall in Wiligrad bleiben - nah bei dem Gästen, die hierher kommen", erläutert Sigrid Niemann. Mit der angedachten Ausstellung über Herzog Johann Albrecht zu Saisonbeginn wird es nun aber voraussichtlich nichts werden. Dabei sollte diese den Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der Schlossfreunde sein. Denn der Verein wurde genau vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben. "Wir werden das Jubiläum würdig begehen, bereiten noch den einen oder anderen Höhepunkt für dieses Jahr vor", verrät Britta Lohse und verbreitet damit auch ein bisschen Zuversicht in den eigenen Reihen. Denn derzeit stehen die Schlossfreunde noch an einem Tiefpunkt in ihrer jungen Vereinsgeschichte.

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