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Rettung des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin : Land gibt Geld, Stadt muss handeln

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Schwerin bekommt vom Land 500 000 Euro und die Genehmigung, einen Kredit über die gleiche Summe aufzunehmen. So lautet der Vorschlag zur kurzfristigen Lösung der Finanzsorgen des Mecklenburgischen Staatstheaters.

svz.de von
erstellt am 08.Nov.2011 | 07:31 Uhr

Schwerin | Keine Dauerlösung für die Finanzsorgen des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, aber die erhoffte Soforthilfe, um die drohende Insolvenz abzuwenden: Nach Informationen unserer Zeitung hat das Land einen Vorschlag zur kurzfristigen Lösung der Geldprobleme des Voll-Sparten-Hauses gemacht. Das ist das Ergebnis eines Gespräches, das Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow im Bildungsministerium geführt hat. Sie selbst wollte öffentlich noch keinen Kommentar abgeben.

Die Idee: Die Landeshauptstadt bekommt vom Land 500 000 Euro und die Genehmigung, einen Kredit über die gleiche Summe aufzunehmen – trotz des Schuldenberges der Landeshauptstadt. Die noch im Wahlkampf angekündigte Hilfe über eine Million Euro ist längst vom Tisch (wir berichteten).
An den Vorschlag sollen zwei Bedingungen geknüpft sein: Zum einen muss die Landeshauptstadt mit den beiden Landkreisen in Westmecklenburg über eine finanzielle Beteiligung am Staatstheater verhandeln.

Orchesterfusion von Schwerin und Rostock?

Außerdem sollen Gespräche zur Fusion der Orchester in Schwerin und Rostock geführt werden. Beide Punkte wurden in der Vergangenheit allerdings bereits mehrfach abgelehnt, nachdem der Landesrechnungshof sie erstmals genannt hatte und diese jährlich wieder von der Kommunalaufsicht ins Gespräch gebracht wurden. Hauptargument war, dass die große Entfernung eine Orchesterfusion nicht praktikabel mache. Außerdem haben die Landkreise bislang Sonderzahlungen abgelehnt. Ein neues Problem: Das Landestheater Parchim hat sich erst jüngst für die Kooperation mit dem Volkstheater Rostock entschieden. Zudem bleibt die Erfüllung der Landes-Forderung ein Schwerin-Problem. Das Land will sich offenbar bei der Umsetzung seiner Kooperationsforderungen heraushalten. Wenn diese nicht verwirklicht werden, gibt es aber auch keine Einsparpotenziale am Mecklenburgischen Staatstheater. Erneute Liquiditätsprobleme sind damit für die nächste Spielzeit programmiert.

Dienstag Abend wird die Oberbürgermeisterin das Landesangebot dem Aufsichtsrat des Theaters vorstellen. Erst danach sind offizielle Informationen über das weitere Vorgehen zu erwarten.

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