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Förderung der Schweriner Pläne abgelehnt : Land bremst Alexandrinenstraße aus

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Der Baubeginn für die Sanierung der Alexandrinenstraße wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach angekündigt. Geschehen ist bisher allerdings nichts. Und das wird auf absehbare Zeit so bleiben.

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erstellt am 26.Jul.2013 | 06:56 Uhr

Paulsstadt | Der Baubeginn für die Sanierung der Alexandrinenstraße wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach angekündigt. Geschehen ist bisher allerdings nichts. Und das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Das Land hat eine Förderung der städtischen Pläne abgelehnt.

Seit Jahren macht sich eine Interessengemeinschaft der Anlieger für eine Sanierung der Straße am Pfaffenteich stark. Die Anwohner sind genervt vom Verkehrslärm auf dem Kopfsteinpflaster und von den Erschütterungen durch Busse und große Laster. Sie fordern eine Asphaltdecke für die Alexandrinenstraße. Als die Stadt dem endlich nachkam und entsprechende Pläne erarbeiten ließ, machte ihr die Landesdenkmalbehörde einen Strich durch die Rechnung. Die will den historischen Charakter des Pfaffenteich ensembles erhalten und besteht deshalb auf einer Pflasterung der Straße. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, deshalb geschnittenes Pflaster zu verlegen, wurde vom Land aber abgelehnt - zu teuer.

Dann fassten die Stadtvertreter mit äußerst knapper Mehrheit den Beschluss, so genanntes gebundenes Pflaster zu verlegen. Das sind normale Pflastersteine in einem Betonbett. Das minimiert die Erschütterungen, ist nach einiger Zeit aber lauter als Asphalt, weil die Fugen ausgewaschen werden. Mit dieser Variante hätte auch die Landesdenkmalpflege leben können. Die gehört zum Bildungsministerium. Eine finanzielle Förderung der Sanierung kommt aber vom Wirtschaftsministerium. Und das sagte zur gebundenen Verlegung Nein. Die Begründung: "Die Belange der Anwohner wurden nicht hinreichend berücksichtigt." Im Klartext: Für die Hausbesitzer wird es zu teuer. Denn die Alexandrinenstraße liegt im Gegensatz zur gegenüber liegenden August-Bebel-Straße nicht in einem Sanierungsgebiet und sie ist nur "einhüftig", wie die Fachleute sagen, das heißt, die Häuser stehen nur auf einer Straßenseite. Damit können die Ausbaubeiträge auch nur auf diese Grundstücke umgelegt werden. Das treibt die in Frage stehenden Summen enorm in die Höhe. Nach Ansicht des Wirtschaftsministeriums ist das den Anliegern - darunter das Innenministerium - nicht zuzumuten.

Baudezernent Wolfram Frieders dorff ist nun in der Zwickmühle. Einerseits machen die Anwohner Druck, andererseits stellen die Landesministerien entgegengesetzte Forderungen und die Stadtvertreter haben auch noch ein Wörtchen mitzureden. "Ich werde zunächst mit den Fachleuten im Bauausschuss reden", kündigt Friedersdorff an. "Mein Vorschlag wäre, die platzähnliche Fläche vor dem Arsenal zu pflastern und den Rest der Trasse bis zur Knaudtstraße zu asphaltieren." Parallel will der Baudezernent mit der Denkmalpflege und dem Wirtschaftsministerium sprechen und denen seine Idee schmackhaft machen. Die Stadtvertreter müssten ihren bisherigen Beschluss aufheben und neu entscheiden.

Das alles wird dauern. So lange kann die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) aber nicht mehr warten. Die hatte schon jahrelange Verzögerungen bei der Sanierung ihrer Rohrleitungen hinnehmen müssen, weil das unterirdische Rückhaltebecken am Nordufer des Pfaffenteiches lange nicht fertig wurde. Jetzt soll Anfang kommenden Jahres zunächst zwischen Knaudtstraße und Reutzstraße gebaut werden. "Wenn die Stadt bis dahin keine Lösung für die Sanierung der Alexandrinenstraße hat, machen wir nach Abschluss unserer Arbeiten wieder zu", kündigt SAE-Chef Lutz Nieke an. Die Folge wäre, dass die Straße irgendwann noch einmal aufgemacht werden müsste.

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