Wüstmark : Lampenstreit in zweiter Runde

Rege Teilnahme: Der Raum der Feuerwehr war bis zur letzten Bank besetzt.
Rege Teilnahme: Der Raum der Feuerwehr war bis zur letzten Bank besetzt.

OB Gramkow entschuldigt sich für schlechte Informationspolitik, hält aber am Tausch der Laternen fest / Wüstmarker wollen nicht zahlen

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03. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Auch auf der zweiten Anwohnerversammlung im Raum der freiwilligen Feuerwehr ging es laut zur Sache. Grund für die hitzigen Diskussionen ist die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in der Schweriner Straße, Am Teich und Vor den Wiesen. Hier sollen nicht nur neue Laternen aufgestellt, sondern das gesamte Netz erneuert werden. Die Anwohner müssten 75 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 227 643 Euro tragen (SVZ berichtete).

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow gestand gleich zu Beginn der Versammlung Fehler ein. Sie verstehe den Unmut der Bürger und könne sich nur entschuldigen: „Ich räume ein, Fehler gemacht zu haben. Der Ortsbeirat wurde viel zu spät über das Vorhaben informiert und damit auch die Anwohner.“ Doch die Wüstmarker gaben sich damit nicht zufrieden. Sie fragten genauer nach und wollten vor allem wissen, mit welchen Kosten sie zurechnen hätten.

Vergangene Woche noch unvorbereitet, hatte die Verwaltung dieses Mal Zahlen im Gepäck. Der Ortsbeirat und auch die Verwaltungschefin und ihr Amtsleiter versuchten Antworten zu geben, was ihnen teilweise gelang. Sie hatten Hochrechnungen für jeden Anwohner dabei. Betonten aber, dass es nur Schätzungen seien, die auf Grund der Größe des jeweiligen Grundstücks, der Geschosszahl und der Tatsache gemacht wurden, ob es sich um ein gewerblich genutztes Objekt handle oder nicht. Angelika Gramkow wies auch noch einmal darauf hin, dass die Kosten sich sowohl nach oben als auch nach unten verändern könnten. Die Anwohner konnten sich ihre Zahlen im Vier-Augen-Gespräch anschauen.

Die Wüstmarker verstehen allerdings nicht, warum das gesamte Netz erneuert werden muss und sind über das Vorgehen der Stadt wütend: „Die Stadt hat es nicht nur versäumt uns zu informieren, sondern auch die Laternen und das Netz instand zuhalten. Jetzt wird bereits gebaut und wir werden zur Kasse gebeten“, so Roland Süß.

„Seit 40 Jahren wurden die Lampen vernachlässigt. Gerade deshalb muss jetzt was getan werden“, gab Gramkow zu bedenken. Es sollen 40 Watt LED-Lampen eingesetzt werden, durch die die Stadt eine ordentliche Summe an Energiekosten sparen will. Die Anwohner fühlen sich verschaukelt: „Wir sollen 75 Prozent zahlen und 25 Prozent werden vom Staat gefördert. Und die Stadt spart“, wetterte ein Anwohner der Schweriner Straße. Und er fügte hinzu, dass die Stadt die Förderung nicht bekommen würde, wenn die Laternen nur saniert statt ganz erneuert würden.

Die Versammlung endete mit dem Status quo, dass die Laternen weiter getauscht werden. Die OB werde keinen Baustopp verhängen. Einige Wüstmarker kündigten nun bereits an, dass sie sich einen Anwalt nehmen werden und eine Klage anstreben.

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