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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 09:50 Uhr

Alt Meteln : Lammzeit bei den Schwarzköpfen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lübstorfer Schäfer betreuen Herde mit mehr als 1000 Muttertieren, die derzeit ihre Jungen zur Welt bringen

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 09:41 Uhr

Winterruhe in der Landwirtschaft: Für die Schäfer der Agrargemeinschaft Lübstorf gilt das nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Denn von Anfang Dezember bis Ende Februar ist Lammzeit. Die mehr als 1000 Muttertiere der Schwarzköpfe bringen nach fünf Monaten Tragzeit ihren Nachwuchs zur Welt. Da auch viele Zwillingspaare geboren werden, rechnet Jörg Pundt mit etwa 1500 Lämmern. Der 53-jährige Schäfermeister betreut gemeinsam mit seinem Sohn Michael die Herde. Der 27-Jährige hat diesen Beruf bei seinem Vater erlernt. Während der Winterzeit brauchen die beiden Fachleute weitere Hilfe: Ein Lehrling aus dem Landwirtschaftsbetrieb steht ihnen zur Seite. Schließlich muss jetzt jeden Tag mehrmals nach der Herde geschaut werden.

Die meisten Tiere sind bereits in den Ställen am Dorfrand von Alt Meteln. Dort werden die Lämmer geboren. Doch so lange es geht, bleiben die Muttertiere draußen und suchen sich ihr Futter auf den Wiesen und Weiden im Aubachtal. Dank des milden Wetters in diesem Winter muss dort nur wenig zugefüttert werden. Jörg Pundt ist auch rundum zufrieden mit dem Zustand der Herde: Die Tiere sind kräftig und gesund. Damit das auch so bleibt, stehen während der Zeit im Stall Impfungen und Klauenpflege auf dem Programm. Und die Schafe sollen so schnell wie möglich wieder raus: Wenn die ersten Muttertiere ihren Lämmer nicht mehr säugen, kommen sie auf Felder, die mit Zwischenfrüchten bestellt sind. „Das ist besonders eiweißreiches Futter“, erläutert Michael Pundt.

Die meiste Zeit des Jahres sind die Schwarzköpfe aber als Landschaftspfleger auf den extensiv genutzten Grünflächen zwischen Schwerin und Zickhusen zu finden. Und das schon seit Anfang der 1950er-Jahre. Jörgs Vater Paul Pundt baute die Zuchtherde mit deutschen schwarzköpfigen Fleischschafen auf. Und der Name verrät auch den zweiten Grund, warum die Lübstorfer Landwirte bis heute diese Schafe halten: Die meisten Lämmer werden noch im Frühjahr geschlachtet. Zugleich sind die Lübstorfer Schäfer aber auch erfolgreiche Züchter. Die Herde mit den Muttertiere muss ständig verjüngt werden. Und auch private Schafhalter kaufen sich Tiere bei der Agrargemeinschaft.

Im vorigen Jahr waren die Schäfer besonders erfolgreich bei der Nachzucht der Böcke, denn darauf legen die Landwirte ein besonderes Augenmerk. Bei der Bundesleistungsschau stellte der Lübstorfer Betrieb den männlichen Champion bei den Schwarzköpfen. Bei der Landesschau gab es mehrere Preise für weitere Jungböcke. Diese Tiere gehen dann immer an andere Schafhalter in ganz Deutschland, um frisches Blut in die jeweilige Herde zu bringen. Andererseits müssen auch die Lübstorfer schauen, wo sie neue, hochwertige Zuchtböcke für die eigene Herde herbekommen.

Für dieses Jahr haben die Lübstorfer Schäfer 29 Jungböcke schon als Lämmer ausgesucht, die in der Zucht zum Einsatz kommen sollen. „Da sind wieder sehr gute Tiere bei“, schätzt Jörg Pundt ein. Vier oder fünf Jungböcke wollen die Lübstorfer zur diesjährigen Eliteauktion der schwarzköpfigen Fleischschafe mitnehmen. Die findet schon bald, am 6. und 7. März im niedersächsischen Verden statt. Karow bei Goldberg ist traditionell Gastgeber für die Landesschau von MV. Ende April werden die Lübstorfer dort mit einer Gruppe der Schwarzköpfe präsent sein.

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