Autobahnlärm bei Goldenstädt : Lärm von der A 14 nervt Anwohner

Die Dorf-Sprechstunde wurde aufgrund des Verkehrslärm zur Bürgerversammlung.
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Die Dorf-Sprechstunde wurde aufgrund des Verkehrslärm zur Bürgerversammlung.

Goldenstädter fühlen sich vom zunehmenden Verkehr belästigt und fordern neue Messungen sowie einen Schutzwall

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08. Juni 2017, 20:55 Uhr

In Goldenstädt regt sich Unmut: Seitdem die Autobahn 14 gen Süden bis Grabow und Ludwigslust verlängert wurde, rollte deutlich mehr Verkehr auf der Schnellstraße. Das können die Anwohner nicht nur sehen, vor allem hören sie es. „Den Feierabend auf der Terrasse verbringen und nachts bei offenem Fenster schlafen, das geht nicht mehr “, erzählt Nico Adam. „Wenn der Wind wie zu Pfingsten aus Südwest weht, wird der Lärm in den Ort getragen.“ Und Wolfgang Buschmann ergänzt: „Unsere Lebens- und Wohnqualität leidet.“

Die beiden Männer gehörten zu den rund 20 Goldenstädtern, die zur Dorf-Sprechstunde der Banzkower Bürgermeisterin Irina Berg gekommen waren. Die wurde kurzerhand zur Bürgerversammlung rund um das Thema Lärm und Lärmschutz. Denn das bewegt seit Wochen die Gemüter. Anfang April ging eine Unterschriftenliste an die Gemeinde Banzkow. Die Goldenstädter fordern darin den Bau eines Lärmschutzwalls, um den Verkehrslärm von ihren Wohnhäusern fern zu halten. Die Gemeinde wandte sich daher an die Autobahnabteilung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Güstrow und bat um eine Messung des Lärmpegels sowie eine Überprüfung, ob Lärmschutz-Maßnahmen nötig und möglich seien. Bürgermeisterin Berg brachte das Antwortschreiben mit nach Goldenstädt. Der Inhalt löste keine Begeisterung, sondern Empörung aus. Eine neue Untersuchung sei nicht nötig, heißt es in dem Schreiben. Bei der bislang letzten Zählung im Jahr 2015 seien 8310 Fahrzeug pro Tag ermittelt worden. Der Schwerlast-Anteil lag bei neun Prozent. Umgerechnet auf die Lärmbelastung würden die gesetzlich festgelegten Grenzwerte nicht erreicht. „Lärmsanierungsmaßnahmen“ seien nicht notwendig. Und wie sich der Verkehr entwickelt, wenn die A 14 bis Magdeburg fertig ist, bleibe „unberücksichtigt“.

Das sind alles Dinge, mit denen sich die Goldenstädter nicht zufrieden geben wollen. „Die Messung von 2015 erfolgte noch vor dem Lückenschluss zur B 5 bei Grabow“, betont Nico Adam. Und danach habe der Verkehr auf der A 14 eben deutlich zugenommen. Und das erwarten die Goldenstädter erneut und in noch stärkerem Umfang, wenn die A 14 bis Magdeburg fertig ist. Doch zur exakten Bewertung der Situation müsse jetzt erneut gemessen werden.

Peggy Hujer brachte zudem einen Lärmaktionsplan ins Gespräch. Für die ehemalige B 106 bei Ortkrug wurde so etwas gemacht. Für die A 14 bei Goldenstädt bislang nicht. Dabei rollen laut der Zahlen aus Güstrow schon jetzt mehr als drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr an Goldenstädt vorbei – die Mindestgrenze für so einen Plan. Hujer betonte, dass die Lärmpegel von der alten B 106 und der A 14 gemeinsam betrachtet werden müssten. Goldenstädter wollen jetzt mit Hilfe der Gemeinde Banzkow daran gehen, so einen Plan auf den Weg zu bringen, in der Hoffnung, dass etwas für den Lärmschutz getan wird.

Die Goldenstädter stehen mit ihren Problemen zudem nicht allein da: Auch aus Buchholz liegen Beschwerden von Anwohnern vor. Und auch die Gemeinde Dobin am See hatte sich an die Autobahnabteilung gewandt – mit dem gleichen Ergebnis, wie Bürgermeister Rüdiger Piehl auf Nachfrage bestätigt. „Wir stimmen uns jetzt mit den Banzkowern ab und hoffen, dass wir auch gemeinsam etwas für unsere Bürger erreichen“, betont Piehl. Die Gemeinden wollen auch auf politischer Ebene Druck machen, sich ans Landesverkehrsministerium und an die Bundestags-Kandidaten wenden.

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