Attraktion Auf dem Markt : Kunstwerke aus Holz geschnitzt

Holzkünstler bei der Arbeit: Die Feinheiten macht Zenon Peplinski mit Hammer und Stechbeitel.
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Holzkünstler bei der Arbeit: Die Feinheiten macht Zenon Peplinski mit Hammer und Stechbeitel.

Seit 20 Jahren fertigt Zenon Peplinski Skulpturen – momentan zeigt er sein Können live auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt

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04. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Holzspäne fliegen, die Motorsäge dröhnt. Alltäglich für Zenon Peplinski. Der 51-jährige Pole ist Holzschnitzer. Und zwar aus wahrer Leidenschaft. Schon seit 20 Jahren gestaltet er kleine und große Figuren. Derzeit arbeitet er live auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt.

Zum vierten Mal ist der gelernte Telefontechniker bereits in der Landeshauptstadt. Sein Stand auf dem Weihnachtsmarkt ist immer der gleiche – immer auf dem Schlachtermarkt. Bis Ende Dezember arbeitet er an einer Bestellung von Arno Teegen, Geschäftsführer der Schweriner Weihnachtsmarkt GmbH. Zwei große Skulpturen hat er in Auftrag gegeben.

Aus 1,80 Meter großen Eichenstämmen gestaltet Peplinski wahre Kunstwerke. Eine der beiden Figuren ist fast fertig. Ein Fischer. Zuerst bearbeitet der Holzschnitzer den Stamm mit der Motorsäge. Es geht ruckzuck. Für das Laienauge sieht es gefährlich aus, aber das täusche, betont Peplinski. Sobald das Stück gut vorbereitet ist und die Form erkennbar, greift er zu Hammer und Stechbeitel. Die Feinheiten werden geschnitzt. 14 Tage brauche er für eine Skulptur. „Oft arbeitet mein Mann 12 oder 14 Stunden am Tag“, erzählt seine Frau Renata. Der Fischer soll bis Anfang kommender Woche fertig sein. Danach beginnt der Vater von zwei Kindern mit der zweiten Skulptur, die eine Butterstampferin werden soll. „Es wird sehr schwierig wegen der vielen Feinheiten. Die Skulptur wird länger dauern als der Fischer“, so der Holzkünstler.

„Mein Mann liebt seine Arbeit“, sagt die 47-jährige Renata Peplinski. Er habe 25 Jahre in seinem Beruf als Telefontechniker gearbeitet, bis er sein Hobby zum Beruf gemacht habe. Seit zwölf Jahren ist er nun mit seiner Firma „Tworczosc ludowa“ im polnischen Dorf Sierakowice selbstständig. Der Schnitzer ist seit 26 Jahren glücklich verheiratet. Seine Frau übersetzt für ihn, denn er spricht und versteht nur sehr schlecht Deutsch. Die studierte Ökonomin dagegen bestens. Sie begleitet ihren Mann gern nach Schwerin: „Es ist sehr schön hier. Die Schweriner sind sehr nett. Wir kommen gerne wieder.“

Was mit den Figuren nach der Fertigstellung passiere, sei derzeit noch unklar. „Im Gespräch ist eine Versteigerung für einen guten Zweck“, so der Pressesprecher der Weihnachtsmarkt GmbH, Che Eckert. Das Geld solle wahrscheinlich einem Schweriner Verein oder einer wohltätigen Organisation zu Gute kommen. Eine weitere Idee stehe im Raum, so Eckert. „Beide Skulpturen könnten auch als Schenkung an die Landeshauptstadt gehen.“ Für Ideen und Anregungen sei er aber noch offen.

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