Schwerin : Kunst für Einsteiger

„Gesellschaft III – Die Bamberger Kondition“ heißt dieses Werk von Michaela Eichwald. Durch deren aktuelle Schau in der Kunsthalle im E-Werk führten Ilvy Lotta Schutz (l.) und Amelie Widmer.
„Gesellschaft III – Die Bamberger Kondition“ heißt dieses Werk von Michaela Eichwald. Durch deren aktuelle Schau in der Kunsthalle im E-Werk führten Ilvy Lotta Schutz (l.) und Amelie Widmer.

Die Schülerinnen Ilvy und Amelie führen durch Ausstellungen der Moderne

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10. August 2018, 05:00 Uhr

Amelie Widmer und Ilvy Lotta Schultz merkt man keine Nervosität an. Lächelnd begrüßen die 15-jährigen Schülerinnen die Gäste zu ihrer ersten Kunstführung – durch eine Schau, die es in sich hat. Der Kunstverein Schwerin zeigt im E-Werk Arbeiten von Michaela Eichwald. „Seid ihr doof oder was ?!???!“ ist der Titel der Ausstellung, die bis Sonntag zu sehen ist. „Auf den ersten Blick ein bisschen abschreckend“, sagt Ilvy. „Aber es lohnt sich, einen Blick zu wagen.“ Michaela Eichwald wurde 1967 in Gummersbach geboren, lebt heute in Berlin, erfahren die Gäste. Dann lenken die Mädchen den Blick auf „Wisdom“ – ein kleines Bild aus Zementfarbe, Seidenfarbe, Öl und Karton auf Leinwand. „Es ist sehr abstrakt, wirkt dreidimensional“, sagen die beiden Mädchen und erzählen, dass Michaela Eichwald der Durchbruch mit großflächigen Malereien und Skulpturen aus Expoxidharz gelungen ist. „Deutschlandfunk“ heißt eine dieser Skulpturen. Ilvy und Amelie gefallen sie nicht so sehr. „Das älteste Drama der Welt“, eine Collage aus echten und erdachten Kino-Aushangfotos aus den 70er-Jahren, mögen beide am liebsten – auch wenn sich manchem bei näherer Betrachtung der Einzelbilder der Magen umdreht. „Sexualität, Kriminalität, Liebe und Hass“ sind hier die Themen. „Tämur“ hingegen ist wieder abstrakt und groß. Kunstleder ist der Untergrund. Michaela Eichwald verschmierte die Farbe mit den Händen. „Und welche Symbole erkennen Sie hier?“, fragen die Führerinnen vor dem Werk „Hermetic Order of the Golden Privation“. Eine Kalaschnikow und einen Dudelsack sehen einige, einen Hund, einen Tisch und Hieroglyphen erkennen Amelie und Ilvy Lotta. Nichts ist richtig, nichts ist falsch. „Zu diesem Bild gibt es keine klare Interpretation“, fügen sie hinzu.

Noch weiter geht der Rundgang, vorbei an allen 20 Exponaten, etwa eine halbe Stunde dauert diese Premiere. Die beiden Schülerinnen wollen weitermachen mit den Führungen, mit der jungen, unbefangenen, neugierigen Sicht auf moderne Kunst. Nadine Grünewald vom Kunstverein freut sich über das Engagement und das neue Format. Das begann übrigens als Schülerpraktikum, das die beiden Goethe-Gymnasiastinnen absolvierten. „Wir interessieren uns einfach für Kunst“, sagen sie. Bei Familienurlauben beispielsweise gehe es regelmäßig und gerne ins Museum.

Jugendliche, die sich ebenfalls als Kunstführer versuchen wollen, können sich bei Nadine Grünewald beim Kunstverein melden unter Telefon 0385/5213166.

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