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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 20:07 Uhr

Theater-Festival : Kunst ebnet den Weg der Inklusion

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dialog-Theaterfestival führt in Schwerin und Rostock Laienschauspieler mit und ohne Behinderungen zusammen

von
erstellt am 16.Sep.2014 | 12:00 Uhr

„Inklusion wird meist mit Schule und Kitas in Verbindung gebracht. Unser Anspruch aber ist, dass Inklusion auch in Kunst und Kultur zur Selbstverständlichkeit wird. Dies erste landesweite Dialog-Theaterfestival in Schwerin und Rostock ist ein essenzieller Schritt in diese Richtung“, betonte Bildungsminister Mathias Brodkorb gestern bei der Projektvorstellung. Eine Woche lang werden Theatergruppen junger behinderter und nichtbehinderter Laienschauspieler zusammen arbeiten und die Ergebnisse dann vor Publikum vorstellen. Der Auftakt des Festivals ist ebenfalls öffentlich: Es beginnt am 23. September um 17 Uhr im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters mit einem Gastspiel des renommierten Berliner Theaters „Ramba-Zamba“, der „Kunstwerkstatt für geistig Behinderte und andere“. Gezeigt wird das Stück „Mit 200 Sachen ins Meer“, eine musikalische Tagtraum-Revue. „Das Ensemble singt in seiner Inszenierung Lieder vom Verrücktsein in einer normalen Welt, Lieder vom Normalsein in einer verrückten Welt, Lieder vom Wagnis Selbstbestimmung“, kündigt Prof. Katja Koch von der Universität Rostock an. An die Aufführung schließt sich eine Publikumsdiskussion an. „Kunst ist ein wirkungsvolles Mittel, viele Menschen zu erreichen und für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, denn das funktioniert nicht nur über Wissen, sondern wesentlich auch über Gefühle und Emotionen“, so Koch.

Das Mecklenburgische Staatstheater hat mit der Thematik Inklusion Erfahrung. Viele Jahre wurden im E-Werk integrative Theaterfeste organisiert. „Nun gehen wir noch einen Schritt weiter, jetzt werden Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne stehen“, erklärt Chefdramatur Ralph Reichel. So werden in den Workshops Schüler aus neun Schweriner Schulen, darunter Pädagogiums, Weinbergschule, Förderzentrums für Körperbehinderte, aber auch Erwachsene, etwa die „Freiräumer“, in gemixten Gruppen miteinander arbeiten. Parallel laufen in Rostock Werkstattgespräche.

„Mit dem Dialog-Festival nimmt das Mecklenburgische Staatstheater seine Verantwortung wahr, gesellschaftlich wichtige und aktuelle Themen zu behandeln. Dazu gehört auch, dass jeder Mensch – unabhängig von seinen Voraussetzungen – an Kunst und Kultur teilhaben kann, ob als Zuschauer oder Akteur“, betont Generalintendant Joachim Kümmritz. „Dieses Festival ist zudem ein schönes Beispiel für gelungene Kooperation der Theater in Rostock und Schwerin und damit hoffentlich richtungsweisend“, fügt Kultusminister Brodkorb erfreut hinzu.

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