Schwerins Baustellen : „Kummerkasten“ für Wittenburger Straße

Noch rollt der Verkehr am Wittenburger Berg. Ab November werden Bauzäune das Bild bestimmen. Ein Baustellenmanager soll Probleme lösen .
Foto:
Noch rollt der Verkehr am Wittenburger Berg. Ab November werden Bauzäune das Bild bestimmen. Ein Baustellenmanager soll Probleme lösen .

Hugo Klöbzig soll Probleme während der Bauphase lösen – Stadt will Firmen mit Prämien zu mehr Tempo anregen

von
17. August 2016, 12:00 Uhr

Wird nun alles gut am Wittenburger Berg? Die Stadt jedenfalls hat auf die massiven Proteste der Gewerbetreibenden reagiert und einen völlig neuen Zeitplan für die Umverlegung der Straßenbahnschienen zwischen Eisenbahnbrücke und Einmündung Lübecker Straße.

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten erst 2017 beginnen und am Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dagegen liefen die Gewerbetreibenden Sturm. Sie gründeten die „Interessengemeinschaft Lübecker Straße-Schweriner Höfe-Wittenburger Straße“ (LHÖW) und traten mit einigen Forderungen an die Stadtverwaltung heran. (SVZ berichtete) Vor allem ging es den Händlern und Gastronomen darum, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten. Das ist jetzt gelungen. „Baubeginn soll der 1. November sein“, sagt Carsten Bierstedt vom städtischen Verkehrsmanagement. „Die Ausschreibungen laufen.“ Ende Juli 2017, so der Plan, soll die Wittenburger dann in Gänze fertig sein. „Das hängt natürlich vom Winter ab“, so Bierstedt. „Wir zahlen aber den Baufirmen eine Prämie für jede Woche, die sie früher fertig sind.“

Den Gewerbetreibenden hinter den Bauzäunen geht es aber auch um Werbung für ihre Geschäfte während der Bauarbeiten. „Von der LHÖW wurde ein Marketingkonzept erarbeitet und der Stadt übergeben“, bestätigt Citymanagerin Sabine Steinbart. „Das wollen wir auch umsetzen. Deshalb suchen wir mit einer Ausschreibung gerade nach einer Marketingagentur, die die Umsetzung der Konzeption begleitet.“

Der Druck der LÖHW führte auch noch zur Einsetzung eins Baustellenmanagers. „Ich werde der Kummerkasten für die Gewerbetreibenden und die Anwohner sein“, sagt Hugo Klöbzig. Er war bis zu seinem Ruhestand Werkleiter der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) und hat große Erfahrungen mit schwierigen Baustellen. Die Sanierung der Schlossstraße und der Mecklenburgburgstraße waren solche Vorhaben, die unter Klöbzigs Regie realisiert wurden. „Wir bauen seit 25 Jahren in Schwerin. Wenn man Ansprechpartner hat und zu einer sachlichen Diskussion kommt, kann man die verschiedenen Interessen auch ausgleichen. Der Baustellenmanager weiß aber auch, dass es immer wieder Unwägbarkeiten geben wird. „Bei all der Euphorie über die jetzt gefundene Lösung – eine Baustelle erzeugt immer Einschränkungen.“ Für Klöbzig ist der Wittenburger Berg aber „eine Baustelle, wie jede andere auch“.

Offen ist aber noch die Finanzierung der Umverlegung der Straßenbahnschienen. Carsten Bierstedt spricht von einem „heiklen Thema“. Denn noch ist nicht klar, was das Ganze kostet. Für Sonnabend- und zwei-Schicht-Arbeit muss mehr ausgegeben werden, als bei einer „normalen“ Baustelle. Und die Umsetzung des Marketingkonzeptes wird die Stadt auch zusätzlich bezahlen. „Ich hoffe, dass wir ohne blaues Auge abschließen können.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen