Ausstellung in Schwerin : Kulturforum setzt auf Marc Chagall

„Traumbilder“ – unter diesem Titel wurden bereits vor sechs Jahren Werke von Marc Chagall in Schwerin gezeigt, der von sich sagte, dass er die Bibel nicht las, sondern träumte.
„Traumbilder“ – unter diesem Titel wurden bereits vor sechs Jahren Werke von Marc Chagall in Schwerin gezeigt, der von sich sagte, dass er die Bibel nicht las, sondern träumte.

Programm steht: Grafiken des Künstlers im Sommer im Schleswig-Holstein-Haus

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18. Januar 2018, 12:00 Uhr

Einem ganz großen Künstler widmet das Schleswig-Holstein-Haus in diesem Jahr seine Hauptschau: Marc Chagall. Im städtischen Kulturforum ist vom 16. Juni bis zum 16. September die Ausstellung „Marc Chagalls Farbenpracht“ zu sehen. Ausgestellt werden Grafiken des Künstlers. Neben seinen Gemälden und Glasfenstern – für katholische Kirchen wie jüdische Synagogen – schuf Marc Chagall eine Fülle an Grafiken. Zum Ende seines Lebens 1985 hatte Chagall mehr als 1000 Grafiken geschaffen – vor allem Lithographien und Radierungen. Da die Farbe für seine Werke so wichtig war, bevorzugte er die Lithographie als Drucktechnik.

Als Sohn jüdischer Eltern wurde Moses Chagall am 7. Juli 1887 in der weißrussischen Kleinstadt Witebsk geboren. Zwischen 1910 und 1914 hielt er sich in Paris auf, wo Chagall seinen Vornamen in Marc änderte. Nach der Oktoberrevolution brachte es Chagall sogar zum Kunstkommissar und baute in Witebsk eine Kunstakademie auf. Doch es kam zu Spannungen mit den Sowjets: 1929 zog Chagall wieder nach Paris. Dort illustrierte er Bücher und schuf weltweit Bühnenausstattungen, Dekorationen für Opernhäuser und Glasfenster. 1941 floh er vor den Nationalsozialisten nach New York. Dort schuf er unter anderem die Serie „Vier Erzählungen aus Arabischen Nächten“. 1950 kehrte der Künstler zurück nach Frankreich. Bis zu seinem Tod 1985 lebte und arbeitete Marc Chagall in Saint-Paul-de-Vence bei Nizza.

Im vergangenen Jahr besuchten rund 28 250 Besucher das Schleswig-Holstein-Haus. Das sind 4500 mehr als im Jahr 2016. Von Karikaturen bis Fotografien, von zeitgenössischer Kunst aus der Region bis hin zu internationalen Berühmtheiten, von Gartenfesten und Sommerkino mit Kleinkunst bietet das Haus auch 2018 ein vielfältiges Angebot für Schweriner und Gäste der Stadt.

Viele Besucher erfreuten sich im vergangenen Jahr an den Arbeiten zum Karikaturenpreis 2016, die das Schleswig-Holstein-Haus präsentiert hatte. Vom 24. Februar an wollen Kulturforum-Chefin Anja Schunke und ihr Team neue Arbeiten aus 2017 mit dem Titel „Menschen sind auch keine Lösung“ präsentieren.

Nach dem fulminanten „Japanischen Blütenfest“ im vergangenen Jahr bildet jetzt ein neues Thema den Auftakt. Das „FrühjahrsErwachen“ am 29. April wartet mit kulturellen Höhepunkten rund um Osteuropa auf. Künstler und Akteure aus Bulgarien, Rumänien und Russland präsentieren dem Schweriner Publikum die Faszinationen ihrer Kulturen. Dass sich das Schleswig-Holstein-Haus erneut auch den ganz kleinen Besuchern widmet, zeigen die Workshops mit Künstlern, die in der ersten Sommerferienwoche angeboten werden. Große Besucher können sich vom 21. bis 25. August auf das 3. Schweriner Sommerfilmfest mit der Geburtstagsfeier des Schleswig-Holstein-Hauses als Abschluss freuen. Dieses Jahr findet am 29. August auch wieder das A-Cappella-Fest im Garten des Kulturforums statt.

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