Schleswig-Holstein-Haus : Kulturforum bekommt Fahrt

Besucht immer gern sein Patenkind, das Schleswig-Holstein-Haus: Björn Engholm. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (r.) und Kulturbürochefin Marita Schwabe führen ihn durch die Ausstellung.
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Besucht immer gern sein Patenkind, das Schleswig-Holstein-Haus: Björn Engholm. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (r.) und Kulturbürochefin Marita Schwabe führen ihn durch die Ausstellung.

Stadt will Schleswig-Holstein-Haus attraktiver machen und schreibt Stelle des Leiters neu aus

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09. Dezember 2014, 23:15 Uhr

Mit Sorge hat Björn Engholm, früherer Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und Ideengeber für Schwerins kommunales Kulturforum, die Privatisierungspläne im vergangenen Jahr verfolgt. „Ich bin froh, dass sich die Stadt anders entschieden hat und dem Schleswig-Holstein-Haus eine neue Entwicklungsperspektive bieten möchte. Deshalb bin ich gern bereit, die Arbeit weiter zu unterstützen, insbesondere im Jubiläumsjahr 2015“, versicherte Engholm bei seinem Schwerin-Besuch vor wenigen Tagen (SVZ berichtete).

Auch Oberbürgermeisterin und Kulturdezernentin Angelika Gramkow sieht das Schleswig-Holstein-Haus als unverzichtbar für Schwerin an: „Ich bin froh, dass sich die Stadtvertretung parteiübergreifend für den Erhalt der kommunalen Kultureinrichtungen positioniert hat. Jetzt geht es darum, dass sie noch attraktiver werden, um mehr Besucher und mehr Einnahmen zu erreichen.“

Für das Holstein-Haus hat die Verwaltung bereits ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das heute Abend im Kulturausschuss diskutiert wird. Es stützt sich im Kern auf die Vorschläge eines externen Gutachters. Der hatte festgestellt, dass das Schleswig-Holstein-Haus einen professionellen Manager als Leiter braucht, um es zu alter Stärke zu führen, berichtet Marita Schwabe, Leiterin des Kulturbüros. Zudem empfehle der Gutachter, zusätzlich einen Veranstaltungsmanager einzusetzen, der sich um eine professionelle Vermarktung des Forums kümmern soll. „Gibt die Stadtvertretung ihre Zustimmung, werden die beiden Stellen zum nächsten Jahr intern ausgeschrieben“, bestätigt Hauptamtsleiter Hartmut Wollenteit.

Die inhaltliche Ausrichtung des Schleswig-Holstein-Hauses als multifunktionales Kulturforum wird vom Gutachter als richtig befunden. Allerdings empfiehlt er, die Ausstellungsaktivitäten stärker zu konzentrieren. Besser seien einige wenige, aber hochkarätige Ausstellungen. Diesen Rat setzt das Kulturbüro bereits um, nächstes Jahr gibt es Sonderschauen zu Hermann Hesse und Armin Mueller-Stahl.

Zu den weiteren Säulen, die im neuen Konzept festgeschrieben werden, wird die Podiumsfunktion für verschiedenste Veranstaltungen benannt. Deren Bandbreite reicht von Lesungen der Literaturtage über Musikreihen der Staatskapelle und Sommermusiken im Garten bis hin zu privaten Einmietungen – wobei der Gutachter höhere Einnahmen fordert. Auch darum sollte sich der neue Veranstaltungsmanager des Hauses kümmern. Als dritte Säule schließlich soll die Kooperation mit der Stiftung Mecklenburg weiter ausgebaut und die Netzwerkarbeit vertieft werden – wieder mit dem Ziel, neue Partner zu suchen und mehr Besucher zu ziehen.

Doch ob das neue Konzept umgesetzt werden kann, ist angesichts der erneuten Sparforderungen des Innenministers für den Haushalt 2015 fraglich.



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