Museums-Erlebnis : Kultur macht Kinder stark

Inmitten der Gemälde Alter Meister stellen die Schüler ihre Museobil-Boxen vor.
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Inmitten der Gemälde Alter Meister stellen die Schüler ihre Museobil-Boxen vor.

Benachteiligte Schüler machen Bekanntschaft mit dem Museum und tanken dabei gehörig Selbstbewusstsein

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11. Juli 2014, 12:00 Uhr

„Museum zum Selbermachen“ nennt sich das Projekt, das rund 20 benachteiligten Schülern aus der Förderschule Sternberg die Tür zum Staatlichen Museum Schwerin und zu vielen Abenteuern geöffnet hat. Gestern stellten sie inmitten der Gemälde der großen Meister des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei ihre eigenen Ausstellungsstücke vor.

Die eine Klasse hatte nach dem Vorbild von Marcel Duchamp so genannte Museobil-Boxen zum Thema Wasser gestaltet, die andere zum Thema Äpfel. Die Wasserwelten beispielsweise entstanden in 50 mal 40 mal 40 Zentimeter großen Pappkisten, die mit Meeresmotiven bemalt wurden, Fenster aus durchsichtigem Kunststoff bekamen und innen drin Überraschungen aus der Unterwasserwelt wie aus Gips gebastelte Fische bereit halten.

„Es gehört auch zu den Aufgaben öffentlicher Museen, sozialen Randgruppen den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern. Das ist mit diesem Projekt hervorragend gelungen“, sagt Museumsdirektor Dr. Dirk Blübaum. Museumspädagogin Birgit Baumgart hatte ein Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums gefunden, um Mittel für die Arbeit mit benachteiligten Kindern zu bekommen. „Wir haben uns gezielt Partner im ländlichen Raum gesucht“, erläutert Baumgart. Die Förderschule Sternberg und der Kulturverein Rothener Hof waren schnell im Boot. „Wir hätten als Schule normalerweise gar nicht die Möglichkeit, mit ganzen Klassen nach Schwerin ins Museum zu fahren, das übersteigt auch die Möglichkeiten vieler Eltern“, so Schulleiterin Annett Laß. Gemeinsam mit der Künstlerin Daniela Melzig und den Lehrerinnen Sabine Schürer und Simone Pohl entwickelte Baumgart die Idee, praktische Erlebnisse wie eine Kanutour und Experimentieren mit Wasser mit kreativer künstlerischer Arbeit im Museum zu verbinden. So entstanden die Museobil-Boxen. Präsentiert wurden sie von den Schülern wie auf einer echten Vernissage mit Reden und Musik vor Publikum. Wenngleich die Mädchen und Jungen zunächst noch aufgeregt waren, war ihnen dann aber der Stolz auf ihre eigene Arbeit anzusehen.

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