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Schweriner Weihnachtsmärchen : Kult für 26000 Besucher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schneewittchen lockt fast so viele Gäste wie La Traviata

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Wenn es auf dem Alten Garten zugeht wie auf einem Flughafen, zahlreiche Busse an- und abfahren, Menschengruppen über den Platz strömen – dann ist Weihnachtsmärchenzeit im Staatstheater. Besonders voll ist es zwischen halb 11 und 11 Uhr, dann ist die erste Vorstellung aus und die zweite beginnt gleich. „Schneewittchen“ steht in diesem Jahr auf dem Spielplan, das mittlerweile 13 Weihnachtsmärchen aus der Feder von Schauspieldirektor Peter Dehler. Und vorerst sein letztes, denn auch er gehört zu denjenigen, die mit dem Intendanz-Wechsel im Sommer gehen müssen. 26 000 Zuschauer sehen in diesem Jahr November und Dezember seine Version des Märchenklassikers – das sind fast so viele bei der Sommeroper „La Traviata“.

Aus Berlin und Hamburg kommen viele Gäste, die die Wochenend-Vorstellungen besuchen, unter der Woche sind meist Schulklassen zu Gast. Gestern hatte die Wismarer Fritz-Reuter-Schule mit 230 Kindern und 12 Lehrern die 9-Uhr-Aufführung gebucht. Klein und Groß waren begeistert von der altbekannten Geschichte um die böse Königin, die hübsche Stieftochter, die sieben Zwerge und den tollen Prinzen. Dass plötzlich auch Rentier Rudi, Weihnachtsmann und der Osterhase auftauchten, sorgt für jede Menge Lacher. „Toll, ein echter Höhepunkt für uns“, sagt Klassenlehrer Roland Lange. „Bislang waren wir immer in Wismar im Theater, aber das hier in Schwerin ist wirklich etwas ganz Besonderes.“

Peter Dehler hat einige Jahre und Versuche gebraucht, um das Schweriner Weihnachtsmärchen zum Kult zu machen und es auf satte 44 Vorstellungen in der Vorweihnachtszeit zu bringen. Innerhalb von einer Woche waren sie ausverkauft. Köstlich-komische Dialoge in Kreuzreimform, der „unglaubliche“ John Carlson als Musiker und Malsaalchef Ullrich Altermann, der den Ehrgeiz hat, den allerschönsten Märchenwald zu bauen – das sind laut Dehler die wesentliche Zutaten zum Erfolg. Dass selbst im Orchestergraben Zuschauer sitzen und die Schauspieler Mikroports tragen, gehört ebenso zu den Spezialitäten. Und natürlich der Spaß, den das Stück den Schauspielern macht.

„Die Königin freut sich schon immer darauf, ausgebuht zu werden, wenn sie die Bühne betritt“, sagt Dehler lächelnd. Er selbst hat seinen größten Spaß, wenn er im Sommer im Garten das Skript schreibt. Bevor er den Kreuzreim für sich entdeckte, schaffte er das Stück „diszipliniert in sechs Stunden“, zum Beispiel auf einem Hin- und Rückflug nach New York. Jetzt dauert das Schreiben länger, ist aber eine glücklich machende Herausforderung und Freude für den Profi.

Mit „zwei weinenden Augen“, aber vielen Ideen für seine Zukunft verlässt Peter Dehler demnächst das Staatstheater. Trotzdem steckt er aktuell noch mittendrin in neuen Produktionen für das Schweriner Haus. Während auf der Bühne noch „Schneewittchen“ läuft, muss er zur Probe für „Die Nervensäge“, die Silvester Premiere hat. „Ein tolles Klamauk-Stück mit großartigen Hauptdarstellern“, schwärmt er. Karten gibt es an der Theaterkasse oder unter Ruf 0385-5300123.

 

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