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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 04:10 Uhr

Schwerins Kultur : Künstlerin weckt Kreativität

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Malerin Anke Weßling gestaltet mit Schülern des Förderzentrums Sitzmöbel aus Recyclingmaterial

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Füller, Schulhefte oder Hausaufgabenhefte sucht man im Klassenzimmer der 9F vergebens. Stattdessen greifen die neun Schüler des Mecklenburgischen Förderzentrums für Körperbehinderte in diesen Tagen zu Pinsel, Kleister, Pappe und zahlreichen weiteren Gegenständen, die sonst wahrscheinlich eher auf dem Müll gelandet wären. „Wir wollen mit diesen Recyclingmaterialien kreative Stühle und Sitzmöbel herstellen“, sagt Anke Weßling.

Das Projekt der Schweriner Künstlerin ist Teil der landesweiten Initiative „Künstler für Schüler“, das vom Künstlerbund Mecklenburg ausgelobt und vom Bildungsministerium gefördert wird. Von Februar bis Juli gestalten dafür Künstler aus der Region Workshops an 35 Schulen des Landes.

So auch am Mecklenburgischen Förderzentrum in Lankow, wo sich Klassenlehrerin Margitta Böhlke die Schweriner Malerin Anke Weßling für die Zusammenarbeit ausgesucht hat. „Ich bekam den Tipp von einer Kollegin, die bereits gute Erfahrungen mit dem Projekt ,Künstler für Schüler’ gemacht hat“, sagt die Pädagogin. Seit Anfang April ist Anke Weßling nun immer montags und freitags im Mecklenburgischen Förderzentrum zu Gast und begleitet die neun Schüler vom ersten Arbeitsschritt bis zur Fertigstellung ihrer Kunstobjekte. Sitzbilder nennt die Künstlerin jene Werke, die aus alten Papprollen, Zeitungen, Pappe und Kartons mit Hilfe von Klebestreifen und Kleister entstehen. „Im Vordergrund stehen dabei die eigene Kreativität der Jugendlichen sowie die Teamarbeit“, so Weßling.

Bei den 15- und 16-jährigen Schülern kommt die Idee an. „Sonst malen oder zeichnen wir im Kunstunterricht eher, jetzt können wir auch bei etwas Größerem kreativ sein“, sagt Nele Appelt. „Und eine Abwechslung zum normalen Unterricht ist es auch“, fügt Lucas Pamperin hinzu.

Für die Künstlerin Anke Weßling ist die Arbeit mit den Förderschülern Herausforderung und dankbare Aufgabe zugleich. „Vielen dieser Jugendlichen fällt es schwer, sich über einen längeren Zeitraum hinweg zu konzentrieren. Auf der anderen Seite lassen sie sich aber durch Lob und Motivation schnell für eine Aufgabe begeistern“, sagt sie.

Noch bis Ende Mai arbeiten die Schüler zweimal in der Woche an ihren Kunstprojekten. Abschluss des Workshops ist eine gemeinsame Ausstellung mit allen teilnehmenden Schulen am 14. Juli im Schloss Güstrow.

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