Bundesweite Unterstützung für Schweriner Speicher : Künstler laufen Sturm gegen Privatisierung

Die geplante Privatisierung des Speichers schlägt bundesweit Wellen. "Hier soll eine renommierte und vorbildhaft funktionierende Kultureinrichtung dem Privatisierungswahn geopfert werden", sagt Kabarettist Uwe Steimle.

svz.de von
06. März 2013, 08:17 Uhr

Schelfstadt | Die geplante Privatisierung des Speichers schlägt bundesweit Wellen. "So ein Vorhaben ist sträflich. Hier soll eine renommierte und vorbildhaft funktionierende kommunale Kultureinrichtung dem Privatisierungswahn geopfert werden. Das ist Raubbau an der Kultur", sagte Kabarettist Uwe Steimle empört bei seinem Anruf in der SVZ.

"Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, denen Kultur etwas bedeutet. Ich bin selbst Kulturveranstalter und weiß, wovon ich rede", sagt Bernd Aust, Betreiber des "Alten Schlachthofs" in Dresden und Musiker der Band "Elec tra". "So ein Klub wie der Speicher lässt sich nicht in privater Regie wirtschaftlich betreiben. Die Erfahrung habe ich mit dem vergleichbaren ,Star Club, später ,Beat Pool in Dresden selbst gemacht. Mit 2000 Plätzen wie in unserem Schlachthof geht das gerade so, aber nicht in kleineren Einheiten. Deshalb würde die Privatisierung des Speichers bedeuten, dass den Schwerinern und den Musikfreunden im ganzen Norden ein Stück Kultur genommen wird", betont Aust. "Ich kenne die Szene gut. Etwas Vergleichbares zum Speicher gibt es im Nordosten nicht. Wenn die Kommune sich aus ihrer Verantwortung zurückzieht, verarmt die ganze Region künstlerisch."

Christian Thiel von der Hamburger Konzertagentur "Hyper Tension", die renomierte internationale Künstler vermittelt, fragte besorgt bei der SVZ an, ob eine Privatisierung des Speichers tatsächlich drohe. "Wir sind sehr betroffen. Eine Privatisierung hätte fatale Auswirkungen auf die Vielfalt, die wir sehr schätzen. Gerade unsere Künstler aus Übersee sind regelrecht begeistert vom Speicher. Und Stars wie Jennifer Robin haben einst den Speicher als Sprungbrett genutzt", berichtet Thiel.

Das Duo "Fools Garden" schickte eine Protest-Mail und bat, sie auch öffentlich zu machen.

Alle Künstler, die nach Bekanntwerden der Privatisierungspläne von CDU/FDP, SPD-Grüne und Unabhängige Bürger im ausverkauften Speicher aufgetreten sind wie Sänger Michy Reincke, das Kabarett Sündikat, die Band "Quadro Nuevo" und das Kindertheater Grünschnabel, sind empört und haben ihre Gäste zur Rettung der kommunalen Kulturstätte aufgerufen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen